Mystic Warriors

Was wäre wenn: Der BlutClan über die alten Clans gesiegt hätte? Sich die Clans an einem entfernten Ort neu gebildet hätten? Die Katzen von ihren Ahnen besondere Kräfte verliehen bekommen hätten? DU eine von ihnen wärst?
 
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 Neuanfang - goldene Prophezeiung

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Oakfeather

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa Jan 12, 2013 11:40 am

ja, die ist schon auf fanfiktion.de hochgeladen (:

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Do Jan 17, 2013 6:12 am

Na dann, ich freue mich schon auf das nächste Kapi ^^ I love it ^^
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Do Jan 17, 2013 8:12 am

8. Kapitel

Silberhelle Flecken tanzten vor Lotuspfotes geschlossenen Augenlidern. Verwirrt blinzelnd öffnete sie die Augen; was sie sah raubte ihr den Atem. Diamantenschweif und sie saßen auf einer großen Lichtung, die von vier riesigen Eichen umschlossen wurde. Aus dem Boden vor ihnen ragte ein mächtiger gezackter Felsen wie ein abgebrochener Zahn in die Nacht.

Doch das war es nicht, was Lotuspfotes Ehrfurcht erweckt hatte. Die Sterne wirbelten in akkuraten Spiralen vom Himmel, immer mehr, immer schneller, bis vom Himmel nur noch eine einzige schwarzblaue Masse übrig war, erhellt allein noch von dem silbernen Vollmond.

Am Boden angekommen sortierte sich die wirbelnde Sternenmasse augenblicklich. Geisterhafte Katzen mit Sternen in ihrem Fell entstanden, die Geister längst verstorbener Schüler, Krieger, Ältester, Königinnen und… Anführer.

Direkt vor Diamantenschweif und ihr stand Froststern - doch er war anders, wieder jung und gesund, sein weißes Fell strahlte mit seinen Augen um die Wette. Als er sprach hallte seine Stimme wohlklingend über die Lichtung. „Willkommen, Diamantenschweif, meine Tochter. Und sei auch du willkommen, Lotuspfote. Es macht mich stolz, dich nun als vollwertiges Mitglied des SchneeClans begrüßen zu dürfen.

Wie ich sehe, hast du meine Entscheidung unterstützt, Diamantenschweif, du wirst es nicht bereuen - früher oder später wirst du den eigentlichen Sinn verstehen, und diese Entscheidung als weise annehmen.

Du warst eine bessere zweite Anführerin, als mancher Anführer es behaupten könnte - eine Fertigkeit, die dich dazu auszeichnet, den Lauf unseres Lebens, deiner Familie, zu gehen. Ich bin sicher, dass der Clan nun dein Junges sein wird, nun, da dir nur noch deine zwei leiblichen verblieben sind und somit neun lange, ehrenhafte und gloreiche Leben verbringen wirst, als Könign, die ihren Clan weitere Pfotenschritte in die Zukunft führt. Lotuspfote, normalerweise ist diese Zeremonie geheim. Es ist ein Privileg, dass du ihr beiwohnen darfst, aber du darfst niemals jemandem etwas darüber erzählen.“

Lotuspfote nickte gehorsam. Was für eine Ehre! „Die Zeremonie möge nun beginnen.“
Lotuspfote merkte, dass sie hier wohl fehl am Platze war, und ließ sich in einigem Abstand respektvoll nieder. Frostestern nickte ihr kurz zu, dann sprach er erneut:

„Diamantenschweif, nimmst du die Aufgabe und die Verantwortung der Leitung deines Clans an?“ „Das tue ich.“, antwortete die Angesprochene mit fester Stimme. „So werden dir nun deine neun Leben verliehen. Nutze sie gut, um deinem Clan durch Stunden der Sonne und Stunden der Nacht zu führen, ihn zu umsorgen und über alles zu stellen.“
Er beendete seine Rede und trat wenige Schritte zurück, überließ den Platz einer grau-weiß gescheckten Kätzin, die nun nach vorne trat. Sie hatte denselben edel geformten Kopf wie Diamantenschweif und musste wohl ihre Mutter Schwanenfeder sein. Sie presste Diamantenschweif die Schnauze auf die Stirn und murmelte: „Mit diesem Leben gebe ich dir Mut und Stärke. Nutze sie gut, um deinen Clan in der bevorstehenden Schlacht zu verteidigen und zu siegen.“
Durch Diamantenschweif ging ein Ruck. Sie wand sich am Boden, offenbar unter Schmerzen. Ein leicht rötliches Licht ging von ihrem Körper aus. Lotuspfote wollte schreien, doch so schnell wie es passiert war, war es auch wieder vorbei und sie stand wieder aufrecht da, in Erwartung des nächsten Lebens.

Schwanenfeder hatte sich auf leisen Pfoten entfernt, an ihre Stelle trat nun eine makellos weiße Kätzin, die Diamantenschweif so ähnlich sah, dass sie nur ihre Schwester Taubenfell sein konnte. Ein plötzliches Ziehen in ihrer Brust erinnerte Lotuspfote an ihre eigene Schwester. Sie vermisste sie schrecklich.
Auch Taubenfell presste Diamantenschweif nun ihre Schnauze auf die Stirn. „Mit diesem Leben gebe ich dir Mitgefühl. Nutze es, um auch die noch zu sehen, die schwächer sind als du, denn Macht kann blind machen.“ Diamantenschweifs Fell sträubte sich, ihre Augen schlossen sich. Doch der Schmerz schien nicht so stark zu sein wie bei ihrem ersten Leben. Wieder ging ein Licht von ihrem Fell aus, diesmal grün.

Als sie die Augen wieder aufschlug, hatte ein grau gesprenkelter Kater den Platz ihrer Schwester eingenommen. Lotuspfote hörte, wie ihre Anführerin scharf die Luft einsog. Sie keuchte nur ein einziges Wort, einen Namen, den sie ihr gegenüber erst ein einziges Mal erwähnt hatte. „Kristallwolke!“ Ihr verstorbener Gefährte. Der Vater ihrer Jungen Mondblüte und Gipfeljäger.

Lotuspfote sah Tränen in Diamantenschweifs Augen glitzern. „Kristallwolke“, wiederholte sie, diesmal leiser, „du bist zu mir zurückgekehrt.“ In seinen Augen funkelte die reine Liebe. „Wir werden wieder vereint sein, wenn die Zeit gekommen ist. Ich werde auf dich warten.“ Dann berührte auch er ihren Kopf mit seiner Schnauze.
„Mit diesem Leben gebe ich dir Liebe. Nutze sie, um das Leben derer, die du magst, ein wenig heller und leichter zu machen-besonders das unserer Jungen.“ Mit diesem Leben schien Diamantenschweifs Körper zu glühen. Ein helles und reines Licht, die reine Liebe, strömte aus ihrem Körper und ließ ihr Fell silbern wirken.

Als Kristallwolke die Schnauze von ihrem Kopf nahm, erlosch das Licht. Er trottete wieder zurück in die Reihen der Sternenkatzen, und Diamantenschweif sah ihm traurig nach. Lotuspfote überlegte, wie es war, eine so starke und bedingungslose Liebe zu empfinden. Plötzlich kam das Bild einer Katze in ihr Bewusstsein, ein hellgrauer Kater mit einzelnen, weißen Flecken. Verwirrt und verlegen schüttelte sie den Kopf.

Als nächstes trat Froststern nach vorne. Er gab ihr ein Leben für den Glauben. „Nutze ihn gut, um deinen Clan durch die schwierigsten Zeiten zu leiten, mit dem Wissen, dass der SternenClan dir wohlgesonnen ist und euch schützt.“ Erneut glühte Diamantenschweifs Fell, doch diesmal eisblau, und nicht so stark wie zuvor bei Kristallwolkes Leben.
Als fünftes lief ein feuerfarbener Krieger mit grünen Augen majestätisch auf die weiße Kätzin zu. Lotuspfote stutzte, genau wie Diamantenschweif. Konnte das etwa… „Sei gegrüßt, Diamantenschweif. Mein Name ist Feuerstern. Ich war der letzte Anführer des DonnerClans, als die Clans noch den Wald bevölkerten. Leopardenstern, Schwarzstern, Riesenstern und ich sind gekommen, um dir jeweils ein Leben zu verleihen.“

Er deutete auf drei weitere Katzen, die fast direkt hinter ihm standen. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, jedem neuen Anführer der neuen Clans ein Leben zu verleihen.“ Mit diesen Worten legte auch er ihr die Schnauze auf die Stirn. „Mit diesem Leben gebe ich dir Weisheit. Nutze sie gut, um deinen Clan in eine glorreiche Zukunft zu führen.“ Diesmal ging ein starkes goldenes Licht von ihrem Körper aus, als das Leben unter Schmerzen in sie einströmte.
Sie sah noch, wie eine schwarz-golden gefleckte Kätzin nach vorne ging, dann wurde ihr sanft eine Schwanzspitze auf die Schulter gelegt. Der Neuankömmling beanspruchte nun ihre ganze Aufmerksamkeit, denn es war die Kätzin, die sie in ihrem Traum gesehen hatte. Blaustern!

„Komm mit, junge Schülerin. Es ist Zeit für Antworten.“, war alles was sie sagte, bevor sie leise im Unterholz verschwand. Lotuspfotes Gedanken überschlugen sich. Sollte sie der geheimnisvollen Kätzin folgen? Wohin brachte sie sie? Was meinte sie mit „Antworten“? Ging es um die Prophezeiung?

Zögernd folgte sie der Kätzin ins Unterholz. „Wohin gehen wir?“, fragte sie vorsichtig. „Zum Lager des SonnenClans. Es gibt da jemanden, mit dem du reden musst.“ „Aber…das ist doch ein Traum, richtig? Wie kann ich dann mit irgendjemandem im SonnenClan reden?“ „Wir werden in ihre Träume eindringen.“
Lotuspfote blieb stehen und starrte sie an. „Das kann ich nicht tun. Ich bin keine SternenClan-Katze!“

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa Jan 19, 2013 7:17 am

Geniale Idee mit den lichtern und ich finde es schön das auch die vier Anführer aus alter Zeit in der Geschichte vorkommen ^^! Es wäre eine schöne Spezial Reihe von Warrior Cats (:
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So Jan 20, 2013 4:14 am

9. Kapitel

„Für diese Nacht sei es dir erlaubt, in die Träume von Ampferschweif einzudringen.“ Noch immer starrte Lotuspfote die blaugraue Kätzin an. Sollte das ein Witz sein? Lebenden Katzen wurde es NIE möglich, in die Träume anderer einzudringen. Diese Dinge blieben dem SternenClan vorbehalten!
Noch immer stand sie reglos da und schaute verwirrt die blaue Kätzin an, die sie nun mit einem ungeduldigen „Komm jetzt!“ zum Gehen aufforderte. Wie in Trance stolperte die Schülerin hinter ihr her.
Der Mond ließ den Fluss, der vor ihnen lag, nun mit einem strahlenden Silber rein glitzern. Die Blätter der Bäume wurden durch eine sanfte Brise bewegt und ein monotones Rauschen lag in der Luft, mischte sich mit den gurgelnden und plätschernden Geräuschen des Wassers.
Blaustern setzte elegant über ihn hinweg, sodass das Glänzen ihres Fells für kurze Zeit mit dem spiegelnden Wasser zu verschmelzen schien.
Auch Lotuspfote duckte sich zum Sprung, stemmte ihre Hinterbeine fest in den Boden und schoss nach vorne. Doch er war zu kurz, und sie landete ein paar Schwanzlängen vor dem Ufer im klaren Wasser.
Sie machte sich für die unangenehme Kälte bereit, das laute Platschen – doch alles blieb aus.
Vorsichtig öffnete sie ihre Augen, schielte nach unten, wo ihre Pfoten im Wasser stehen sollten.
Kleine Kräusel bewegten sanft die Oberfläche, wurden größer und verschwanden in der Unendlichkeit des Flusses. Noch immer stand sie fest dort, doch das Wasser schien nichts anderes zu sein als ein zerbrechlicher Boden. Die winzigen Wellen waren verschwunden, und Blaustern sah sie drängend an.
„Los jetzt! Wir haben nicht die ganze Nacht Zeit!“
„Aber...Ich...Ich stehe auf dem Fluss! Was wenn er nachgibt?!“ ,stotterte sie, wagte es nicht, nur den kleinsten Muskel von seiner Starre zu befreien.
„Wird er nicht, jetzt beeil dich!“ Damit drehte sie und stürmte davon, sodass Lotuspfote nichts anderes übrigblieb, als weiterzulaufen.
Ihre Schritte machten keinerlei Geräusche, nur die Kräusel wirbelten wieder über die glatte Oberfläche des Flusses- doch sie hielt.
Der Nadelwald, in dem sie nun waren, war zwar geruchslos, aber der große See mit den vielen kleinen Bächen ringsum zeugte davon, dass sie gerade durch das Herz des RegenClan-Territoriums liefen.
Der Wald öffnete sich zur Grenze, und ein stürmisches Hügelland wurde Sichtbar – sie liefen den Weg, den sie schon einmal gelaufen war.
Das Territorium des SturmClans verlief neben dem des RegenClans, sodass auch dort die Hügel nur noch zu einer schwachen Anhöhe wurden und ein lichter Laubwald begann. Die glänzenden Blätter der Sonnenbirke erstrahlten im Licht des Mondes, der Geruch von Früchten und Farn hing angenehm in der Luft.
Sie liefen weiter in das Dickicht, direkt zum Herzen des SonnenClans – ihrer Vergangenheit. Eine leichte Freude machte sich in ihr breit, die Lotuspfote gleich wieder wütend abschüttelte: Ihr Vater hatte sie verstoßen, ihre Mutter sie eingesperrt, ihre Schwester sie missachtet – damit war sie fertig, niemals würde sie wieder hierher kommen – nicht freiwillig.
Mit einem entrüsteten Knurren kam sie zum Stehen, grub ihre Krallen in die weiche Erde, was ihr in den Bergen mit ihren zarten Krallen noch nicht möglich war.
Aber sie würde lernen, wachsen, sich verbessern – und eines Tages die beste Kriegerin des SchneeClans sein, oder sogar Anführerin und es ihrem Vater zeigen, das Größe nicht das Herz eines Kriegers ausmachte.
„Was ist los? Wir müssen weiter!“ ,protestierte Blaustern streng. „Ich habe nicht die ganze Nacht Zeit, mich um deine albernen Spiele zu kümmern!“
„Das ist nicht länger mein Zuhause. Ich gehe nicht tiefer in diesen Wald, denn ich habe schon lange mein Territorium verlassen – ich gehe nun zurück und werde mit Diamantenstern den Clan groß machen.“
„Du musst weiter.“ ,fauchte die blaue Kätzin erzürnt, ihr glänzendes Fell sträubte sich, sodass sie fast doppelt so groß aussah und so grimmig dreinschaute, als könnte sie es alleine mit dem LöwenClan aufnehmen.
„Zwing mich.“ ,zischte Lotuspfote zurück, plusterte sich ebenfalls auf.
„Oh, das kann ich.“ ,kam die bissige Antwort, und jede Verständnis verschwand aus den Augen der ehemaligen Anführerin.
„Nein - Du bist tot.“
Ein ohrenbetäubender Wutschrei gellte durch die Nacht und die Schülerin zuckte widerwillig zusammen. Sie machte sich schon auf die Lektion ihres Lebens gefasst, doch als Blaustern sich wieder beruhigte, spiegelten ihre Augen eine alte Trauer, ihre Stimme ein Flüstern, und ihr Kopf war gesenkt.
„Du hast Recht, niemand kann dich zwingen. Doch handele bedacht – ein einziger Fehler und die Clans stürzen ins Verderben.“
Ein eiskalter Schauer jagte über ihren goldenen Rücken, rief ihre bedrohlichen Visionen neu ins Leben.
„Was-was meinst du damit?“ „Ich werde es dir nicht erklären – doch es wartetet jemand auf dich, der das kann. Folge mir jetzt.“

Das Duften des Farns, die vielen bunten Blüten weckten in Lotuspfote die schönsten Erinnerungen. Früher hatte sie oft mit ihrer Schwester hier vor dem Lager gespielt, natürlich unter strenger Aufsicht ihrer Mutter und mindestens einem Krieger.
Damals hatte sie sich noch nicht darum gekümmert, doch als die jüngeren Mitglieder des Clans schon vor ihr nur mit einem Schüler losziehen durften, nagte sich das verzweifelte Gefühl in ihr fest, dass sie anders war. Doch was war an ihr falsch?
Schon immer wollte sie nur eine echte Kriegerin sein, eines Tages in die Pfotenstapfen ihres Vaters treten, dem SonnenClan bis zum neunten Tod dienen – doch all das wurde ihr verwehrt. Stattdessen war sie eine Gefangene ihrer eigenen Träume gewesen – doch nicht mehr.
Die letzten Flammenfelsen waren nun im Dickicht verschwunden, die Feuerlichtung direkt hinter ihnen. Nun trennte nur noch die Grenze aus Rosenbüschen sie vom Lager ab, durch die sich Blaustern geschickt wand.
Mit einem letzten Atemzug trat sie auf die Lichtung – das Glänzen der Sterneneiche schlug ihr entgegen, das warme Leuchten wie ein Lichtschein in weiter Ferne. Harz war einst aus ihrer Rinde gequollen, bei den vielen Kämpfen, als der Clan noch nicht eins war. Nun waren die Wunden das Clans – und somit der Eiche – geheilt, und nun strahlten die Harztropfen im Sternenlicht wie flüssiges Gold.
Das Gefühl des Einsamkeit verschwand, machte wohligem Glück platz, das sie zu einem zufriedenen Schnurren brachte. All die Liebe erglühte wieder in ihrer Erinnerung, die der ganze Clan ihr das ganze Leben hindurch geschenkt hatte, die Geborgenheit, wer auch immer bei ihr war. Katzen waren für ihre Sicherheit gestorben.
Jeder hier war Teil ihrer Familie – hatte ihr Verhalten einen Grund gehabt? Hatten sie sie nur schützen wollen?
Plötzlich fühlte sie sich wieder so allein und schuldig, wäre am liebsten in den Bau der Krieger gelaufen, hätte sich an ihre Mutter gepresst, ihren Atemzügen gelauscht. Im SchneeClan war sie alleine, alles nur ein paar nette Fremde.
„Ich habe einen Fehler gemacht...“ ,flüsterte sie mit erstickter Stimme, Tränen verdunkelten ihr Fell, schimmerten im Sternenlicht um die Wette.
„Ich weiß es ist schwer, aber du musst weiter.“ „Habe ich das Richtige getan?“
„Ich...weiß es nicht. Deine Zukunft liegt noch im Dunkeln, aber hab Vertrauen in dich selbst. Nun komm, sie wartet bereits.“

Der Bau der Ältesten war laut, gefüllt mit dem Schnarchen der drei Katzen. Oder waren es zwei? Die Kätzin Abendlicht lag bedrohlich still....
Blaustern stupste eine schildpattfarbene Kätzin an, Ampferschweif, bis diese verträumt die Augen aufblinzelte. Doch sie waren nicht mehr matt, sondern erstrahlten in einem neuen, jugendlichen Glanz, als wäre sie noch eine Kriegerin. Hatte sich wirklich so viel verändert?
„Blaustern?“ ,fragte sie verwirrt, erhob sich aus ihrem Nest aus Federn, Moos und Farn. „Was führt dich – Lotuspfote!“ ,rief sie überrascht. „Du...ich...“
Erschrocken sah sich die Schülerin um, fragte sich, ob wohl jemand durch den Ruf aufgewacht war.
„Es wird niemand kommen. Das ist ein Traum, den kein anderer hören kann.“ ,beantwortete Blaustern ihre unausgesprochene Frage.
Damit berührte die Anführerin nun auch Abendlicht, die sich verschlafen regte. Erschrocken schnappte Ampferscheif nach Luft, und auch Lotuspfote heulte entsetzt auf:
Die alte Kätzin glich Blaustern beinahe aufs Haar: das zerrissene, matte Fell und die erschlafften Muskeln waren weg – in ihrem rot glänzenden Pelz schimmerten dutzende von Sternen, unter dem ein jugendliches Muskelspiel begann, als sie sich erhob.
„Wer bist du? Und – Ampferschweif!“ ,miaute sie fröhlich, versuchte ihrer Freundin übers Ohr zu lecken – doch sie schaffte es nicht, sie zu berühren.
„Was ist hier los?!“ ,fragte sie leise, doch die traurige Antwort lag in ihren wieder glänzenden Augen. „Ich bin tot, oder?“
„Du hattest hier ein langes Leben, hast deinem Clan länger gedient, als viele andere. Doch nun ruft der SternenClan deinen Namen, und du musst ihm antworten – traure nicht dem Leben nach, sondern sei dankbar und freue dich darauf, deinen Clan von den Sternen aus auf den richtigen Weg zu bringen. Dein Leben ist aus seinem Körper erloschen, dafür erstrahlt es nun umso heller am dunklen Himmelszelt. Abendlicht war dein Name, und der Abend wird zur Nacht – doch dein Licht im Herzen leuchtet in der Nacht weiter, vergehen wird es erst, wenn dein Name für alle Zeiten vergessen ist – so wirst du wieder eins mit der Welt sein, ehe es von neuem erblüht.“
Zufriedenheit und Freude überschwemmten die Gefühle der toten Kätzin, zwar war die Trauer noch nicht verflogen, doch die Worte schallten zuversichtlich in ihrem Herzen nach.
„Ich folge dir in Ehren. Ich sehe den Weg der Sterne vor mir...“
„Ich werde dich führen, niemals wirst du wieder alleine und alt sein – du lebst nun in einem Ort, der den Sturm der Zeit ewig überdauert“
Dann sah sie die Schildpattfarbene erwartungsvoll an und nickte ihr kaum merklich zu.
„Ampferschweif, sie muss es wissen. Jetzt, bevor es zu spät ist.“ Die alte Kätzin nickte ernst, legte nun ihren goldenen Blick auf Lotuspfote.
„Die Sterne sendeten vor langer Zeit eine Prophezeiung, dass eine goldene Blüte Früchte hervorbringen werde, die die Macht haben sollten, über das Schicksal der vier Clans zu entscheiden.“ ,begann sie unsicher, ihr Blick schweifte immer wieder zu Blaustern, die sich nun leise mit Abendlicht unterhielt, die wohl noch nicht völlig bereit war, ihr Leben loszulassen.
„Anfangs dachten wir, es wäre Strahlensterns Mutter, Goldblüte, in Gedenken an eine alte Freundin meiner eigenen Mutter Glanzfell. Wir warteten, beobachteten, wie aus dem Jungen ein starker Krieger wurde, und glaubten, die Prophezeiung wäre erfüllt, als er Anführer wurde, die erste Schlacht gewann.
Doch nichts geschah und die Prophezeiung geriet in Vergessenheit. Dann trat Honigblüte in das Leben deines Vaters, deren Fell goldener strahlte es jedes andere – und so wurden du und deine Schwester geboren. Nach eurer Geburt erhielt ein Mitglied des SternenClans - Tüpfelblatt – erneut diese Prophezeiung. Da wussten wir, dass ihr es sein würdet.
Schon früh lerntet ihr die Verzweiflung dieses Lebens kennen, und eure Augen trugen bald mehr Weisheit, als die der Ältesten.“ Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie Lotuspfote musterte.
„Ich sehe sie noch heute, die Kraft des Unbekannten und die Stärke des Vertrauens. Ich wartete lange, um euch von der Prophezeiung zu erzählen, doch dann liefst du weg, die Botschaft zum Scheitern verurteilt. Doch nun bist du hier....so stark geworden.
Ich kann dir nicht sagen, was es ist – nur dass ihr, du und Blumenpfote, über das Schicksal aller vier Clans entscheiden werdet. Ihr werdet die Dämmerung der Clans herbeiführen – ob Ende oder neuer Anfang.“
Verwirrt öffnete Lotuspfote das Maul, wollte protestieren, doch Blaustern stupste sie fest in die Flanke und deutete auf den Himmel – ein blasses Lila, das nach oben hin immer mehr in Rosé wechselte erhellte den Himmel. Das Zwitschern der Vögel erschallte allmählich im Wald, die ersten Tiere regten sich verschlafen, verbanden sich mit dem Gesang zu einer wundervollen Melodie, die den Morgen herbei läutete und den Wald wieder mit Leben erfüllte.
„Die Zeremonie ist vollendet, du musst nun gehen. Ich wache über dich – euch, und führe ein Teil deiner Erinnerung, Abendlicht, nun ein in das Reich der Sterne.“
„Aber ich habe noch so viele Fragen, ich muss wissen ob-“
Doch Blaustern und Ampferschweif verblassten, Abendlicht nur noch ein Schatten. Andere Bilder klarten vor ihren Augen auf, ein Schlag auf die Seite rief sie nun endgültig zurück.
Diamantenstern stand über ihr, die Augen voller Panik, die Stimme schrill:
„Der RegenClan greift an!“

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Mo Jan 21, 2013 7:59 am

Einfach schön, es ist als wäre ich dabei ^^
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Di Jan 22, 2013 4:56 am

Danke für dein Lob (: :*:*
Noch was: ab jetzt sind die Kapis in der Ich-Form ^^ nur damit du dich nicht wunderst ^^

10. Kapitel

Die Geräusche und Eindrücke der realen Welt schlugen auf mich ein, dröhnten in meinem Kopf. Ich verstand den Zusammenhang nicht - wie konnte sich plötzlich alles so verändern?

Es dauerte eine Weile, einen gefühlten Mond, bis die vielen Bilder, Laute und Gerüche wieder an ihren Platz rückten, bis ich jede Wahrnehmung verarbeitet hatte und die Dringlichkeit verstand, die Worte, die meine Anführerin mir zu erklären versuchte.

„Beeil dich! Wir müssen zum Lager zurück!“ Diamantensterns Stimme , voller Wut und Angst um ihren Clan, überschlug sich beinahe als sie mich aufweckte. Sofort war ich hellwach, bereit, für meinen neuen Clan zu kämpfen, Blausterns Prophezeiung vergessen.

Meine Pfoten schlitterten auf der glatten Oberfläche des Sternengipfels, während ich Diamantenstern folgte. Meine Anführerin jagte über den rutschigen Felsen, als wäre er Gras, und diesmal nahm sie keine Rücksicht auf mich, hatte nur das Ziel ihren Clan zu schützen.

Glücklicherweise hatte der Sturm aufgehört, sodass ich einigermaßen unbeschadet am Fuß des Berges ankam. Diamantenstern war schon mehrere Baumlängen weitergehetzt, als sie merkte, dass ich nicht nachkam. „Los, Lotuspfote! Wir müssen dem Clan helfen!“

Doch mein Traum hatte mich ausgelaugt. Ich konnte kaum noch die Pfoten heben, so erschöpft war ich, als ob ich überhaupt nicht geschlafen hätte. Ich musste alle paar Fuchslängen stehen bleiben, um Atem zu holen. Ich schlug Diamantenschweif vor, alleine vorauszurennen, doch sie weigerte sich, mich alleine zu lassen.

So dauerte es endlos lange, bis wir den Busch, der den Lagereingang markierte, erreichten. Schon von Weitem waren die Schreie und das Fauchen von kämpfenden Katzen zu hören. Das Verlangen, meinem neuen Clan zu helfen, gab mir die Kraft, die ich benötigt hatte. Ich jagte an Diamantenstern vorbei, durch den Tunnel, zum Lagereingang.

Das Bild, das sich mir bot, war erschreckend.

Der RegenClan war bereits ins Lager eingedrungen. Überall wanden sich weiße Katzen unter abgemagerten blaugrauen, in der Überzahl und doch unterlegen, da ihre dicken Pelze im Kampf eher hinderlich waren. Ich war geschockt. Die RegenClan-Katzen waren wirklich am Verhungern! Hinter mir hörte ich ein leises Knurren. Die Vision von weiteren Kriegern des RegenClans schlich sich in mein Bewusstsein und meine Hoffnung begann schon zu schwinden, doch es war nur Diamantenstern, die mir zuknurrte: „Beweg dich! Wir müssen den Clan retten.“

Gelähmt vor Angst trat ich zur Seite. Ich kann nicht kämpfen! Schoss es mir durch den Kopf. Es stimmte. Ich hatte bis jetzt noch kein Kampftraining gehabt, nur einmal Jagdtraining mit Morgentau. Wenn mich jemand angreifen würde, wäre ich hilflos. Trotzdem wollte ich mich nicht in einer der Höhlen verstecken, wie die Königinnen und Ältesten. Ich konnte nicht einfach zusehen, wie andere ihr Leben für meinen Schutz ließen. Irgendwie würde ich überleben müssen.

Diamantenstern war an mir vorbeigerannt, doch anstatt sich in den Kampf zu stürzen, erklomm sie den Glitzerfelsen und jaulte: „Stopp! Wie könnt ihr es wagen, in unser Lager einzudringen, während ich am Sternengipfel meine neun Leben empfange?“

Wellenstern, der Anführer des RegenClans, richtete sich auf und ließ die Katze, die unter ihm gelegen hatte, dabei los. Morgentau! Meine Mentorin hatte es ganz alleine mit einem Anführer aufgenommen! Stolz durchströmte mich, der jedoch gleich von Furcht ersetzt wurde. Wellenstern war mitgekommen! Das war nicht nur ein kleiner Kampf, um uns Angst einzujagen! Das war Krieg!

Die tiefe Stimme von Wellenstern hallte in der großen Höhle laut wider. „Wir haben diese Schlacht angekündigt! Allein euer Stolz hat euch so weit gebracht. Hättet ihr dem RegenClan nicht verwehrt, im See zu jagen, hätten wir nicht angreifen müssen. Es war die Entscheidung deines Vaters, Diamantenstern.“

Diamantensterns Augen verengten sich bedrohlich. „Ruf deine Krieger zurück, Wellenstern! Dieser Kampf ist unnötig!“ „Das werde ich tun, Diamantenstern, wenn du uns das Jagdrecht am See gewährst. Ansonsten kämpfen wir weiter.“ Seine Krieger jaulten zustimmend.

Meine Anführerin fauchte bedrohlich. „Niemals! Lieber sterbe ich neunmal! SchneeClan, Angriff!“ Mit diesen Worten sprang sie vom Glitzerfelsen herab und landete genau auf Wellenstern. Mit ihren mächtigen Krallen riss sie ihm Rücken und Schultern auf. Blut floss aus seinen Wunden, scharlachrot auf dem weißen Boden, doch er kümmerte sich nicht darum. Der Anführer des RegenClans bäumte sich auf und schleuderte Diamantenstern von seinen Schultern.

Mehr konnte ich nicht sehen, da mir ein Wirbel orange-roten Fells die Sicht nahm. Moment–orange-rot? Im RegenClan? RegenClan-Katzen waren blaugrau, nicht rot, wie SonnenClan-Katzen. War etwa einer meiner ehemaligen Clankameraden auch zum Verräter geworden?

Schmerz ergriff mein Herz, als ich dies dachte. Ich war eine Verräterin, nichts anderes. Ich verdiente es nicht, mich zu verteidigen, ich verdiente es nicht, zu leben, ich verdiente es nicht einmal in den SternenClan einzugehen.

Dornenscharfe Krallen rissen mir die Seite auf. Blut strömte aus der Wunde, doch ich versuchte nicht, mich zu verteidigen. Ich würde sterben und für immer alleine durch den Wald Ohne Sterne streifen, ohne Freunde, ohne Familie, ohne Geborgenheit. Die rote Kätzin zischte mir zu: „Verteidige dich gefälligst, du armseliges Junges!“ Erneut holte sie mit ihren Krallen aus, dabei konnte ich ihr Gesicht sehen. Es war keine ehemalige Kätzin aus dem SonnenClan, doch das war jetzt auch nicht mehr von Bedeutung.

Ich machte mich gerade auf den tödlichen Schlag gefasst, als plötzlich eine hellgrau-weiße Katze an meiner Nase vorbeizischte und sich auf meine Angreiferin warf. Geröllpfote! Wütend fuhr er ihr mit den Krallen über die Wange, dann sprang er auf ihren Rücken und biss ihr ins Nackenfell. Sofort stand die Kätzin still, wagte nicht, sich zu bewegen.

„Verschwinde, und komm nie wieder!“, knurrte Geröllpfote, dann ließ er sie jaulend aus dem Lager fliehen. Er drehte sich zu mir um. „Warum hast du dich nicht verteidigt?“, fauchte er wütend. „Kirschfeder hätte dich getötet, ist dir das überhaupt klar?“ Ich blickte ihn an. „Du hättest mich nicht retten sollen.“, sagte ich leise. „Ich habe es nicht verdient.“

„Was redest du denn da?“ Sein Blick wurde sanfter. „Wir sind ein Clan. Wir helfen uns gegenseitig. Und du gehörst jetzt zu uns. Also helfen wir dir auch. Außerdem könnte ich es nicht ertragen, dich sterben zu sehen.“ Scheu blickte er zur Seite.

„Ich habe meinen Clan verraten, Geröllpfote! Ich hätte niemals weglaufen dürfen! Ein treuer Krieger hätte das niemals getan!“ Verzweifelt kratzte ich mit meinen Krallen über den Boden. Geröllpfote legte mir beruhigend die Schwanzspitze auf die Schulter. „Aber du bist eine treue Kriegerin. Eine treue Kriegerin des SchneeClans. Der Clan vertraut dir - ich vertraue dir!“

Ein winziger Hoffnungsfunke tanzte in meinem Herzen. „Wirklich?“ „Aber ja! Ich bin froh dass du gekommen bist!“ Zum Antworten kam ich nicht mehr, da ein lautes Jaulen durch die Höhle hallte. „Lachspfote! Nein!“ Ein ältlicher, blaugrauer Kater warf sich vor einen am Boden liegenden Schüler, der aus zahlreichen Wunden blutete, als Splittereis ihn gerade erneut angreifen wollte.

Seine Augen weiteten sich vor Schreck, als seine langen Krallen tief in die Kehle des Katers drangen. Sofort sprang er zurück, doch es war zu spät. Das Leben floss bereits aus dem alten Kater heraus, dessen Schüler nun ohnmächtig auf dem eisigen Boden lag.

„RegenClan! Wir ziehen uns zurück!“, Wellensterns tiefes Jaulen rettete Splittereis vor der Rache einer grauen Kätzin, die nun voller Wut mit ihren Krallen auf ihn eindrang. Blaue, braune und graue Katzen rannten nun auf den Eingang zu, am Ende doch besiegt von der Überzahl der SchneeClan-Katzen. Die graue Kätzin, die Splittereis angegriffen hatte, hob den ohnmächtigen Schüler am Nackenfell hoch, während eine blaue Kätzin mit helleren Flecken den toten Krieger trug. Als letztes folgte Wellenstern, der sich noch einmal zu Diamantenstern umdrehte. „Das ist noch nicht das Ende!“, fauchte er, bevor er seinen Clankameraden folgte.

Erschöpft ließen sich die weißen Katzen auf den Boden fallen, aller Kampfgeist nun vergessen. Alle bluteten, einige lagen leblos auf dem Boden. Das gequälte Jaulen einer weißen Kätzin mit blauen Augen übertönte alles andere. „Hagelschweif! Nein!“ Sie stand über einem weißgrau getupften Kater, der mit zerfetzter Kehle dalag.

Diamantenstern seufzte leise, trottete langsam zu ihr hin und leckte ihr sanft übers Ohr. „Es ist in Ordnung, Mondblüte. Er jagt jetzt mit dem SternenClan. Er ist jetzt sicher.“ Mondblüte brach zusammen und schluchzte in Hagelschweifs blutdurchtränktes Fell. „Warum, SternenClan? Warum er?“ Hilflos blickte Diamantenstern auf ihre Tochter hinab, setzte sich schweigend neben sie und schenkte ihr den größten Trost durch ihre Wärme - ihre Tochter würde die ihres Gefährten nie wieder spüren. „Oh, Hagelschweif, was soll ich nur ohne dich tun? Was ist mit unseren Jungen?“

„Der Clan wird sich immer an ihn erinnern.“, miaute Diamantenstern noch leise, bevor sie sich den anderen Katzen zuwandte. Ich sah, dass sie sich bemühte, stark zu sein. „Wer nicht so stark verwundet ist, dass er nicht mehr laufen kann, geht zum Glitzerfelsen, damit Flockentanz sich später um ihn kümmern kann. Die anderen Katzen haben Vorrang. Silberspiegel! Ist mit euch alles in Ordnung?“, fragte sie in Richtung der Königinnen und Ältesten, die gerade aus einer Höhle heraustraten.

„Wir sind in Ordnung, Diamantenstern.“, antwortete die silberne Kätzin. „Aber“- sie brach ab. „Was?“, fragte Diamantenstern misstrauisch. Silberspiegel schluckte und setzte neu an. „Lawinenpfote wurde getötet, als er den Eingang der Kinderstube verteidigte.“

Betroffenes Schweigen füllte das Lager, doch am schwersten traf diese Nachricht eine blütenweiße Kätzin mit hellgrünen Augen. Ich versuchte mich an ihren Namen zu erinnern. Kristallherz! So hieß sie. Sie musste die Mutter von Lawinenpfote sein, denn sie jaulte gequält auf und rannte zum Eingang der Kinderstube.

Diamantenstern senkte den Kopf. „Dies ist ein schwarzer Tag für den SchneeClan. Wir haben zwei geliebte Clanmitglieder verloren. Doch wir haben den Kampf gewonnen. Der RegenClan wird uns nicht so schnell wieder bedrohen.“ Einige Katzen murmelten ihre Zustimmung, doch die meisten blieben still. Zu tief saß der Schock über den Angriff - einige knurrten leise, dass der See dies niemals wert gewesen war; andere, dass sie ehrenhaft für Beute und Gerechtigkeit gestorben waren. Doch alle spürten sie im Herzen den gleichen Verlust, den Wunsch, dass dieses Leben nicht so viele Opfer bräuchte - dass dieser Tag niemals hätte beginnen dürfen.

„Wir werden heute Nacht die Totenwache für sie halten. Doch zunächst möchte ich den neuen zweiten Anführer ernennen. Ich sage diese Worte vor dem SternenClan und vor unseren gefallenen Clankameraden, damit sie meine Wahl hören und billigen können. Splittereis wird der neue zweite Anführer des SchneeClans.“

„Splittereis! Splittereis!“ Zustimmendes Jaulen wurde laut. Der hellgraue Kater senkte den Kopf. „Ich danke dir, Diamantenstern. Ich werde dem Clan treue Dienste leisten.“ Während er sprach, wurde draußen langsam der Himmel hell. Rosanes Licht ließ den Glitzerfelsen schillern und funkeln wie einen Edelstein. Ein neuer Tag war angebrochen, ein neuer Tag voller Hoffnung und Leben - die Chance, aus diesem einen besseren zu machen.

Auch für mich brachte dieser Tag neue Hoffnung. Geröllpfote hatte mir klargemacht, dass ich im SchneeClan willkommen war, dass ich nun eine von ihnen war, und dass sie bis zum letzten Atemzug für mich kämpfen würden. So wie ich für sie.


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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Fr Jan 25, 2013 5:51 am

11. Kapitel

Ich duckte mich tiefer in den Schnee, nutzte alle Jagdtechniken, die ich gelernt hatte, damit das Kaninchen mich nicht bemerkte. Mein Pelz war mit der Zeit zwar dicker geworden, doch er war noch so makellos golden wie seit meiner Geburt. Noch ein Schritt. Und noch einer. Ein Sprung, ein Biss in den Nacken, und der Clan war um ein Kaninchen reicher. Das würde Silberspiegel UND ihre Jungen füttern.

Fünfeinhalb Monde waren seit dem Kampf mit dem RegenClan vergangen, fünfeinhalb Monde voller Frieden und reicher Beute. Klarwind und war zur Kriegerin ernannt worden, Bergpfote und Adlerpfote zu Schülern, Kristallherz erwartete Gipfeljägers Jungen und Moorfrost war dem SternenClan beigetreten. Im Großen und Ganzen war der Clan stark wie eh und je.

Ich trug meine Beute zu dem Loch, welches ich zuvor gegraben hatte. Darin lagen schon zwei Mäuse und ein kleiner Falke, geschützt von den weichen Pulverschnee. Ich vergrub das Kaninchen und sah mich nach mehr Beute um. Dies war meine Krieger-Beurteilung, da wollte ich so viel Beute wie möglich fangen, um Morgentau stolz zu machen.

Diese trat nun hinter einem Felsen hervor, der beinahe weiße Pelz verschmolz mit der Umgebung. Sie nickte mir stolz zu. „Sehr gut, Lotuspfote. Du bist mehr als bereit für deinen Kriegernamen. Heute Nacht wirst du im Bau der Krieger schlafen!“ Unbeschreibliche Freude durchströmte mich, füllte mich ganz aus und wärmte mein Innerstes. Ich hatte es geschafft. Ich wurde zur Kriegerin ernannt! Endlich konnte ich meinem Clan als volles Mitglied dienen.

Morgentau grub nun das Loch auf, in dem meine Beute lag und nahm den Falken und eine Maus auf. Ich nahm den Rest und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Lager. Ein Flimmern am Rande meines Sichtbereiches lenkte mich ab. Ich drehte den Kopf, doch da war nichts. Komisch. Für einen Moment hatte es wie die Silhouette einer schattenhaften Katze gewirkt, die sich schnell hinter einen der grauen Felsen duckte.

Zur Sicherheit prüfte ich die Luft, doch die der Beutegeruch beeinflusste meine Geruchsnerven. Als ich jedoch stehenblieb und das Kaninchen und die Maus ablegen wollte, drehte sich Morgentau zu mir um. „Komm schon!“, rief sie fröhlich. „Wo bleibst du denn? Willst du hier festfrieren?“

Schnell lief ich ihr hinterher. Im Grunde war die Vorstellung einer Schattenkatze, die mir folgte und sich schnell hinter einem Felsen versteckte, sobald ich mich umdrehte, ohnehin lächerlich. Als ich Morgentau eingeholt hatte, war die Katze aus meinen Gedanken verschwunden und ich dachte nur noch an meine bevorstehende Kriegerzeremonie.




Im Lager angekommen schickte Morgentau mich zum Frischbeutehaufen, während sie zusammen mit Eishauch, Geröllpfotes Mentor, in Diamantensterns Bau verschwand. Ich legte die Beute ab, machte mich dann auf den Weg zum Schülerbau und ließ mich davor nieder, um mir das Fell zu pflegen.

„Für wen machst du dich denn so hübsch?“, erklang plötzlich eine verspielte Stimme hinter mir. Bergpfote. Einer meiner besten Freunde, abgesehen von Geröllpfote und Adlerpfote. „Frag nicht, für wen, sondern für WAS.“, antwortete ich im gleichen verspielten Tonfall.

„Also gut. Für WAS machst du dich so hübsch?“, schnurrte Bergpfote. „Ich werde heute zur Kriegerin ernannt.“, rief ich etwas zu laut. „Ups.“, flüsterte ich. Bergpfote lachte. „Du bist wohl aufgeregt, was?“ Er seufzte. „Ich wäre auch gerne schon Krieger.“

„Die Zeit für dich und Adlerpfote wird schon noch kommen.“ Er stupste mich an. „Genau – Adlerpfote! Er hat ein Auge auf dich geworfen, stimmt‘s? Los, gib es zu, er gefällt dir!“ Das war beunruhigend. Es stimmte, ich mochte Adlerpfote mehr als gewöhnliche andere Kater. Aber da war immer noch Geröllpfote.

Auch er war ein außergewöhnlicher Kater, aufgeweckt, humorvoll, sanft. Ich war mir über meine Gefühle für beide nicht im Klaren, deshalb antwortete ich nur: „Ach was. Wir sind nur Freunde.“ Verlegen wechselte ich das Thema. „Warum holst du uns beiden nicht etwas vom Frischbeutehaufen? Dann können wir noch einmal zusammen essen.“
Bergpfote nickte. Mit einem amüsierten Glitzern in den Augen stand er auf und kam bald darauf mit einem Schneehasen zurück.


Wir leckten uns gerade die letzten Spuren von Blut von den Schnurrhaaren, als Diamantenstern auf den Glitzerfelsen sprang und ihren Ruf anstimmte: „Alle Katzen, die alt genug sind um Beute zu machen, mögen sich hier unter dem Glitzerfelsen zu einer Versammlung einfinden!“

Sofort kam Regung in den Clan. Katzen trotteten aus Höhlen, verließen ihre Mahlzeiten, ließen sich vor ihrer Anführerin nieder.

„Die Zeit ist gekommen, zwei unserer Schüler zu Kriegern zu ernennen.“, sprach Diamantenstern. „Lotuspfote und Geröllpfote, tretet vor.“ Wir taten, wie uns geheißen, zitternd vor Aufregung. Was würde wohl mein Kriegername sein?
„Eishauch, bist du überzeugt, dass dein Schüler bereit für seinen Kriegernamen ist?“ Der Kater nickte stolz und würdevoll. „Geröllpfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger einzuhalten und den Clan zu beschützen und zu verteidigen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ „Ich verspreche es.“ Geröllpfotes Stimme war tief und selbstsicher.
„Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClans deinen Kriegernamen. Geröllpfote, von diesem Tag an wird man dich als Gerölltatze kennen. Der SternenClan ehrt deine Entschlossenheit und deinen Mut und wir heißen dich als vollwertiges Mitglied im SchneeClan willkommen.“ Diamantenstern sprang von Glitzerfelsen um ihre Schnauze auf seinen Kopf zu legen. Gerölltatze leckte ihr ehrerbietig die Schulter und trat zurück. Ich stand nun allein mit Diamantenstern im Halbkreis der Katzen.

„Morgentau, bist du überzeugt, dass deine Schülerin bereit für ihren Kriegernamen ist?“ „Das bin ich.“ Meine Mentorin klang beinahe so aufgeregt wie ich mich fühlte. „Lotuspfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger einzuhalten und deinen Clan zu beschützen und zu verteidigen, selbst wenn es dein Leben kosten kann?“

Der gesamte Clan schien den Atem anzuhalten. Manche von ihnen betrachteten mich immer noch als Außenseiterin. Zu meiner Erleichterung klang meine Stimme überzeugt und fest, als ich antwortete: „Ich verspreche es.“ „Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClans deinen Kriegernamen. Lotuspfote, von diesem Tag an wird man dich Lotuswind nennen. Der SternenClan ehrt deine Treue und deine Tapferkeit und wir heißen dich als vollwertiges Mitglied des SchneeClans willkommen.“

Auch mir legte sie die Schnauze auf den Kopf, und auch ich leckte ihr die Schulter. Als sie wieder zurückgetreten war, brachen Rufe los: „Lotuswind! Gerölltatze! Lotuswind! Gerölltatze!“ Der Clan feierte mich! Ich war überglücklich.
Schnurrend presste Gerölltatze seine Schnauze an meine. „Wir haben es geschafft!“, flüsterte er. „Wir sind Krieger!“ Seine warmen bernsteinfarbenen Augen leuchteten vor Freude und…etwas Anderem. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Adlerpfote traurig zu uns hinsah und dann in seinem Bau verschwand. Ich konnte mir denken, dass es nicht daran lag, dass ich zur Kriegerin ernannt wurde und er noch warten musste.

Verlegen wich ich ein wenig zurück. „J-ja.“, miaute ich schnell. „Großartig!“ Glücklicherweise sprach Diamantenstern dann weiter und rettete mich aus meiner Verlegenheit.
„Heute Nacht werden Lotuswind und Gerölltatze Wache halten, bis der Morgen graut. Die Wache ist eine Zeit, um in sich zu gehen und nachzudenken, deshalb werdet ihr sie schweigend abhalten.“ Noch einmal sah sie auf uns herab, und ich meinte, leisen Stolz in ihrem Blick zu sehen. „Die Versammlung ist beendet.“ Damit sprang sie vom Glitzerfelsen und verschwand in ihrem Bau.

Mehrere Katzen kamen nun, um uns zu gratulieren. Doch der Kater, von dem es mir am meisten bedeutet hätte, kam nicht. Ich sah nur zwei blaue Augen traurig vom Bau der Schüler zu mir herüber blitzen. Als letztes kam Bergpfote. Er schien sich aufrichtig für mich zu freuen, denn in seinen Augen leuchtete ein warmes und vertrautes Licht.

„Gut gemacht, Goldfell.“, schnurrte er. Ich lächelte. Bei seinem ersten Ausflug aus der Kinderstube damals hatte er meinen goldenen Pelz gesehen und mich spontan „Goldfell“ genannt. Als ich ihm hatte erklären wollen, dass ich Lotuspfote hieß, hatte er nur verwirrt den Kopf zur Seite gelegt und auf diese süße Art gequiekt: „Aber dein Fell ist golden! Warum heißt du nicht Goldfell?“ Er schien keine Antwort erwartet zu haben, denn er hatte sich gleich wieder aus dem Staub gemacht. Seitdem war mein Spitzname „Goldfell“.

Bevor ich jedoch etwas erwidern konnte, schob Morgentau ihn sanft weg. „Du solltest schlafen gehen, Bergpfote.“, miaute sie. „Lotuswind muss ihre Wache halten. Mit einem letzten Zwinkern verschwand er im Schülerbau. Ich trottete zum Lagereingang, wo Gerölltatze schon saß und auf mich wartete. Auf einmal sehnte ich mich danach, die Sterne zu sehen.

„Lass uns außerhalb des Tunnels Wache halten.“, schlug ich vor. „Die Nacht ist so wunderschön.“ Er nickte. „Wenn du das willst.“ Gemeinsam liefen wir den Tunnel entlang und ließen uns neben dem Ginsterstrauch nieder. Es war kälter, als ich gedacht hatte. Unser Atem kam in Wolken und selbst der Schnee war hart und gefroren.

Gerölltatze kratze ein wenig Schnee von einem Felsen und ließ sich darauf nieder. Ich setzte mich neben ihn, und unsere Pelze berührten sich. „Es ist kalt hier draußen.“, flüsterte er. Dann presste er seinen Pelz dichter an meinen. „Ich werde dich wärmen.“ Mein Herz schien ein paar Saltos zu schlagen. Sein Fell war dick und weich, und roch nach Schnee und Freiheit.

Wie sehr hatte er sich verändert. Aus dem schüchternen Schüler war ein starker, selbstbewusster Krieger geworden. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter. „Die Sterne sind wunderschön heute Nacht.“, murmelte ich. „Der SternenClan wacht über uns.“

Ich spürte, wie Gerölltatzes Herz schneller schlug. „Ich werde auch über dich wachen“, wisperte er. „Ich werde niemals zulassen, dass dir ein Leid geschieht. Und wenn es mein Leben kostet.“ Die Gefühle klangen in seiner Stimme wie ein kostbares Lied.

Ich schloss die Augen. „Ich liebe dich auch, Gerölltatze.“, sagte ich einfach.

Und über uns funkelte die Nacht.

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa Feb 16, 2013 1:19 am

Klasse und sorry, das ich so lang nicht schrieb, könntest du das nächste Kapitel bitte einstellen.
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa Feb 16, 2013 6:18 am

12. Kapitel

Der volle Mond hing noch tief über den Gipfeln der heimatlichen Berge. Sein silbernes Licht beschien die große Katzengruppe, die sich ihren Weg über den felsigen, rutschigen Boden des Seeufers suchte. Ihre Pelze bewegten sich in Wellen über ihre starken Muskeln, als sie mit großen Sprüngen von Stein zu Stein sprangen. So mussten wir von Weitem aussehen, überlegte ich, während ich hinter meinen Clankameraden hersprang. Stark und stolz.
Der Boden unter meinen Pfoten wurde feiner, die Felsen verschwanden und wurden nach und nach zu Erde. Mein Herz schlug schnell, viel schneller als gewöhnlich. Lag es daran, dass Gerölltatze so dicht neben mir lief, dass sich unsere Pelze berührten? Nein. Es lag ganz einfach daran, dass dies meine erste große Versammlung als Kriegerin sein würde.
Meine Pfoten fanden ihren Weg wie von selbst, während ich weiter meinen Gedanken nachhing. Ich hatte es ihnen gezeigt. Ich war eine Kriegerin des SchneeClans. Meine geringe Größe hatte mich nicht davon abgehalten, meinen Clan genauso gut zu verteidigen, wie jeder andere Krieger. Und mein Clan vertraute mir.
Plötzlich stieß ich mit dem Kopf gegen etwas weiches, pelziges. Ich wollte schon verärgert losfauchen, als ich merkte, dass ich geradewegs in Splittereis hineingelaufen war, der hinter Diamantenstern angehalten hatte. Er drehte sich zu mir um. „Kannst du nicht aufpassen, wo du hinläufst?“, knurrte er verärgert. Ich senkte den Kopf. „Tut mir leid, Splittereis, ich war in Gedanken.“
Er brummte etwas und drehte sich dann wieder nach vorne. Ich lehnte mich ein wenig zur Seite und blickte an seinem buschigen Schweif vorbei. Wir waren am Rande der Senke, die die Clans Baumkuhle nannten, und in der die großen Versammlungen abgehalten wurden, angekommen. Einige schlanke Körper waren bereits zu erkennen, und der Geruch nach Fisch hing schwer in der Luft. RegenClan.
Diamantenstern zögerte noch einen Moment, dann sprang sie, gefolgt von ihrem Clan, hinab in die Senke. Obwohl ich schon öfter hier gewesen war, erschien mir alles so anders. Nicht die Katzen waren es, nicht die Umgebung, die Nacht - sondern die Tatsache, dass all diese Krieger nicht mehr stärker und höhergestellt waren. Ich war eine von ihnen.
Ob meine Mutter kommen würde? Meine Schwester?
"Unsere erste Versammlung als Krieger..."flüsterte Gerölltatze mir liebevoll ins Ohr. "Bald müssen sie sich vor UNS verneigen! Wir werden zusammen den Wald regieren!" Sein verspieltes Lachen...es ließ mich für einen Moment alle Sorgen vergessen - doch auch nur für einen Moment.
Mit einem amüsierten Schnurren schnippte ich ihm mit dem Schweif über die Ohren - doch wirklich zum Lachen war mir nicht. Gerölltatze schien es zu bemerken. Sein Lächeln erlosch, er legte den Kopf schief und sah mich an.
"Glaubst du, dass SIE kommen werden? Deine Familie?" ,flüsterte er mitfühlend. "Du weißt, dass ich immer zu dir stehen werde, egal was passiert."
Und er hatte recht - er war alles, was ich brauchte.
"DU bist jetzt meine Familie", sagte ich bestimmt. „Sie haben mich verstoßen. Ich brauche sie nicht. Obwohl ich Blumenpfote schrecklich vermisse.“ Ich seufzte. „Aber meine Treue gehört nach wie vor dem SchneeClan.“
Pfotenschritte kündigten die Ankunft des Sonnen- und SturmClans an. Suchend spähte ich durch die dichten Reihen der Krieger. Da! Blumenpfote lief zwischen Weizenschimmer und Sommerfell. Ich zögerte. Sollte ich sie ansprechen? Was würde sie sagen? Wäre sie froh, wieder mit mir zu reden, oder hatte sie das starke Band, das uns einst verband, schon wieder vergessen?
Gerölltatze übernahm die Entscheidung. Er legte seinen Schweif um meine Schultern und führte mich durch die Masse der Katzen direkt auf meine Schwester zu. „Irgendwann wirst du mit ihr reden müssen“, flüsterte er. Ich schluckte. Er hatte recht.
Blumenpfote saß inzwischen am Rand der Baumkuhle, vertieft in ein Gespräch mit Pflaumenblüte und Schilfgras aus dem RegenClan und Kräuterpelz, dem Heiler des SturmClans. Blumenpfote hatte mir den Rücken zugewandt, doch als sie mein Geruch umwehte, drehte sie sich um. Ich erschrak. Ihre blauen Augen waren kalt und hart wie Saphire. Plötzlich schien mich aller Mut verlassen zu haben. Einzig Gerölltatzes Schwanzspitze auf meiner Schulter hinderte mich daran, wegzulaufen.
Ich holte tief Luft. „Ha-hallo, Blumenpfote“, miaute ich leise. „Mein Name ist Blumenfeder“, antwortete sie, ihre Stimme ebenso kalt und hart wie ihre Augen, voller Verachtung. „Was willst du, SchneeClan – Katze?“ Ich zuckte zurück. Dass sie so abweisend sein würde, hatte ich nicht erwartet.
„Ich – ich wollte nur fragen wie es dir geht. Schließlich bin ich deine Schwester!“ „Meine Schwester?“,fauchte sie. „Ich habe keine Schwester! Meine Schwester hat ihren Clan betrogen! Sie hat ihr Herz dem SchneeClan geschenkt!“ Tränen rannen ihr nun aus den Augen, benetzten ihr Fell. „Als Junge haben wir uns geschworen, immer zusammenzubleiben! Bedeutet dir das gar nichts? Hast du auch nur eine Sekunde lang nicht an dich gedacht, als du beschlossen hast, abzuhauen? Hast du daran gedacht, was es für Honigblüte bedeutet hat, dich an einen anderen Clan zu verlieren? Was es für MICH bedeutet hat?“
Es war zu viel. Ich drehte mich um und rannte blindlings über die Lichtung, bis ich von einem warmen Katzenkörper unsanft gebremst wurde. Verwirrt schüttelte ich meinen Kopf um meine Gedanken wieder zu ordnen. Es war das zweite Mal heute, dass ich mit einer anderen Katze zusammenstieß.
Ein vage vertrauter Geruch umwaberte mich. Es dauerte einige Sekunden, bis ich den rot – orangenen Pelz und das spöttische Gesicht einordnen konnte. „Kirschfeder!“, fauchte ich. Die hatte mir gerade noch gefehlt. Die Kätzin, die versucht hatte, mich umzubringen. „Na, wenn das nicht meine Junge Freundin ist.“ Ihre Stimme klang arrogant und anmaßend.
„Hattest ja damals ganz schön Glück, dass dein Kamerad da war. Ich hätte dich in Fetzen gerissen, wenn er mich nicht daran gehindert hätte. Aber lass dir eins gesagt sein: das nächste Mal bist du dran! Das nächste Mal wird mich nichts daran hindern, euch räudigen SchneeClan – Kriegern Respekt beizubringen!“
Mein Nackenfell sträubte sich, doch nicht aus Angst, wie ich es erwartet hätte, sondern aus Wut. Trotz dem brodelnden Vulkan in meinem Innern gelang es mir, meine Stimme ruhig zu halten. „Erstens, meine Beste: Ich bin nicht und werde niemals deine Freundin sein. Zweitens täte es wohl eher dir gut, etwas Respekt zu lernen. Und drittens, und das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt: Ich bin jetzt eine Kriegerin. Noch einmal werde ich nicht vor dir stehen und auf den Tod warten, das kannst du mir glauben.“
Mit hoch aufgerichtetem Schwanz stolzierte ich davon. Was bildete sich die eigentlich ein? Waren eigentlich alle Katzen auf dieser Lichtung gegen mich? So in Gedanken versunken bemerkte ich Gerölltatze erst, als ich seine Schwanzspitze auf meiner Schulter spürte.
„Mach dir nichts aus Kirschfeders Drohungen. Sie kam als Streunerin zum RegenClan. Deswegen wird sie auch niemals das Herz einer wahren Kriegerin haben.“ Mitgefühl regte sich in mir und ich wollte widersprechen, doch da erscholl der Ruf der Anführer von der großen Buche. „Lasst die Versammlung beginnen!“

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So Feb 17, 2013 1:12 am

Mir gefällt deine geschichte sehr und es ist wirklich so als stehe ich daneben und würde alles mit eigenen Augen sehen. Ich hoffe das nächste Kapitel kommt bald.

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So Feb 24, 2013 6:39 am

13. Kapitel


Auf den Ruf der Anführer hin ließ ich mich neben Gerölltatze auf der mondbeschienenen Lichtung nieder. Windstern, die drahtige Anführerin des SturmClans, trat als erste vor, um zu sprechen. Der Mond ließ ihr graues Fell seltsam silbern leuchten und gab ihr auf abstrakte Weise das Aussehen einer SternenClan-Katze. Doch als sie den Mund öffnete, hatte ihre hohe, kalte Stimme nichts von der Wärme einer SternenClan-Kriegerin.

„Dem SturmClan geht es so weit gut. Dachsfang wurde zum Krieger ernannt und Schattenlilie erwartet Wirbelsturms Junge.“ Beglückwünschende Rufe wurden laut, als die anderen Clans Dachsfang und Schattenlilie feierten. Ich konnte jedoch nicht umhin, zu bemerken, wie die SturmClan-Kriegerin Glockenklang Schattenlilie einen Blick voll abgrundtiefen Hasses zuwarf.

Ich fragte mich, was wohl der Grund dafür sein könnte, denn Junge waren doch sicher ein wahrer Segen für den Clan. Dann bemerkte ich Wirbelsturm, den zweiten Anführer, wie er Glockenklang einen verlegenen Blick zuwarf, und erinnerte mich, dass auch Glockenklang einmal Junge von ihm gehabt hatte.

„Beute ist zahlreich.“, sagte Windstern noch, bevor sie Wellenstern Platz machte. Sein tiefe, wohlklingende Stimme hallte sanft über die Lichtung und schlug die Katzen in ihren Bann. „Auch im RegenClan gibt es trotz der Blattleere genug Beute.“ Es schien zu stimmen. Die RegenClan-Katzen waren wohlgenährt und ihre Pelze glänzten.

„Wir haben heute außerdem zwei neue Krieger unter uns. Willkommen, Bachfell und Nebelherz!“ Während die anderen Katzen jubelten, suchte ich in der Menge nach den beiden neuen Kriegern. Da! Die Brüder saßen neben Wolkenblüte, ihrer Mutter, den Schwanz ordentlich um die Pfoten gelegt, den Kopf hoch erhoben, die Jubelrufe offensichtlich genießend. Zweifel durchzuckte mich. Würde ich auch so selbstsicher auftreten können, wenn Diamantenstern meinen neuen Status verkündete?

„Außerdem hat Schilfgras erfolgreich Muschelherz‘ Junge geboren: Blaujunges, Pfauenjunges und Stromjunges. Alle drei sind gesund und kräftig und werden keine Schwierigkeiten haben, die Blattleere zu überleben.“

Erfreutes Murmeln ging durch die Reihen der Katzen. Ich sah, wie Muschelherz Schilfgras liebevoll übers Ohr leckte. Als ich meine Aufmerksamkeit wieder der großen Buche zuwendete, überließ Wellenstern gerade seinen Platz Strahlenstern.

„Auch der SonnenClan erfreut sich bester Gesundheit.“ Ich zuckte, als die vertraute Stimme mich durchdrang. Konnte Strahlensterns Stimme in der Kinderstube sanft und freundlich sein, so klang sie hier, vor den anderen Clans, kalt und majestätisch. „Blumenfeder wurde zur Kriegerin ernannt und Kornblume wurde letzten Sonnenaufgang Mutter von Bernsteinjunges, Goldjunges und Pfirsichjunges.“

Ich sah, wie Strahlenstern stolz zu seiner Tochter hinunterblickte und ein leiser Stich der Eifersucht durchzuckte mich. Mich hatte er nie so angesehen, nicht ein einziges Mal.

„Diese wunderbaren Ereignisse werden jedoch von einer tragischen Begebenheit überschattet.“ Wie in seinen Worten legte sich auch ein Schatten über seine Augen. „Meine geliebte Gefährtin Honigblüte wurde in einem Kampf mit dem SturmClan letzten Halbmond getötet.“ Die Welt um mich herum schien stillzustehen. Ein Schatten schien den Mond zu verdunkeln und Trauer durchbohrte mein Herz wie ein Dorn. Honigblüte? Meine Mutter war tot?

Meine Gedanken kämpften sich durch einen Fluss der Verzweiflung. Sie ist tot!, hallten die Worte leise in meinem Kopf. Du wirst ihr nie sagen können, wie sehr du sie trotz allem geliebt hast.Ich schloss die Augen, versuchte verzweifelt, die Tränen zurückzuhalten.

Ein warmer, weicher Pelz presste sich gegen meinen, gab mir Trost und Sicherheit. Ich verbarg mein Gesicht in Gerölltatzes Schulterfell und ließ den Tränen freien Lauf. Beruhigend strich er mir mit der Schwanzspitze über den Rücken. „Es tut mir so leid, Lotuswind“, flüsterte er.





Auf dem Nachhauseweg ließ ich mich hinter meinen Clan zurückfallen. Mit hängendem Kopf und Pfoten trottete ich hinterher, der bohrende Schmerz der Trauer noch frisch in meinem Herzen.

Plötzlich blieb ich wie angewurzelt stehen. Da war wieder dieses Gefühl… Das selbe, wie vor meiner Kriegerzeremonie. Das Gefühl, beobachtet zu werden. Und wieder huschte am Rande meines Sichtbereiches ein Schatten vorbei. Schnell drehte ich meinen Kopf – und mein Atem stockte.

Im Schatten eines Holunderbusches, halb verborgen durch die wuchernden Blätter, lag der Körper einer Katze. Einer Katze mit weißem Fell und hellgrauen Tupfen. Vorsichtig schlich ich mich näher heran – und prallte zurück. Flockentanz! Die Heilerin meines Clans lag mit aufgeschlitzter Kehle da, die Wunde noch frisch und sogar blutend, die Augen blicklos zum Himmel gerichtet.

Schnell trat ich zurück. Meine Pfoten hinterließen rote Abdrücke im Gras. Ich musste wohl in die Blutlache getreten sein, die sich langsam um Flockentanz‘ Kopf herum ausbreitete. Ein schreckliches Bild stieg in meinem Geist auf. Plötzlich war das Fell der Katze vor mir nicht mehr weiß, sondern strahlend golden, und die blicklosen Augen nicht mehr bernsteinfarben, sondern blaugrau.

Ein Rascheln im Gebüsch kündigte die Ankunft meines Clans an, der mich wohl vermisst haben musste, und die Vision verschwand. Frostspiegel trat als erste hinter einem nahen Ginsterstrauch hervor – und prallte zurück, so wie ich zuvor. Ihre Augen weiteten sich in Schock, als sie den toten Körper zu meinen Pfoten entdeckte, und ihr Fell sträubte sich.

„Flockentanz! NEIN!“ Der eisige Nachtwind trug ihre Klage über das Moorland, hoch in den Himmel hinauf, bis zu den Sternen.

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So Feb 24, 2013 8:25 am

Oh mein Gott! Lotuswind hat aber auch gar kein Glück.
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So Feb 24, 2013 8:26 am

nein hat sie nciht *fies grins*

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So Feb 24, 2013 8:32 am

Na, da darf ich wohl auf einiges Gespannt sein.
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Mo Feb 25, 2013 7:03 am

14. Kapitel

Ich taumelte ein paar Schritte rückwärts und hinterließ dabei weitere blutige Spuren im Gras. Frostspiegel starrte mich an, wich zurück. In ihren Augen stand Angst. Sie dachte doch nicht etwa-? Da teilte sich der Ginster, und der Rest meines Clans trat aus dem Gebüsch, angelockt von Frostspiegels lauter Klage. Meine Kameraden starrten erst Flockentanz‘ leblosen Körper an, doch dann wanderten ihre Blicke zu mir und meinen blutigen Pfoten, und der Schock in ihren Augen verwandelte sich in eine Anklage.

Die Welt um mich herum drehte sich. Meine Sicht verschwamm, meine Beine gaben nach und ich sank zu Boden. Ich konnte noch das Getuschel meiner Clanmitglieder hören, konnte noch sehen, wie Diamantenstern aus der Menge hervortrat, dann wurde die Welt schwarz.



Als ich die Augen wieder öffnete, fand ich mich im Heilerbau wieder. Die kleine Höhle mit den schönen Verzierungen wirkte seltsam leer ohne Flockentanz, die von einer Seite zur anderen huschte und sich um die kranken Katzen kümmerte. Jetzt erinnerten nur noch einige kleine Moosnester und eine Spur ihres süßen Geruches an die alte Heilerin.

Ich konnte noch immer nicht glauben, was geschehen war. Irgendjemand hatte unsere Heilerin getötet, brutal ermordet. Noch immer klebte das Blut der weißen Kätzin an meinen Pfoten, doch ich wagte nicht, es abzuwaschen. Ich fürchtete mich vor dem metallischen, salzigen Geschmack.

Wieder sah ich Flockentanz‘ leblosen Körper vor mir. Sah ihre blicklosen Augen, ihre aufgeschlitzte Kehle, aus der das Blut quoll. Sah wieder die anklagenden Blicke meiner Clanmitglieder, den Schock in ihren Augen. Ich kniff die Augen zusammen und legte die Ohren an, hoffte die Bilder so aus meinem Gedächtnis zu verbannen. Doch es half nichts.

Also schlug ich die Augen wieder auf und sah mich um. Nun kam es mir ein wenig komisch vor, dass ich im Heilerbau war, und nicht im Bau der Krieger oder sogar in Diamantensterns Bau. Ich hätte erwartet, dass sie mich wenigstens bewachen würden.

Unsicher stand ich auf und schlich zum Eingang des Baus. Nichts. Keine Krieger, die in dem kurzen Gang standen, nicht einmal ein Schüler, um Alarm zu schlagen, sollte ich versuchen zu entwischen. Auf schwachen Pfoten lief ich den kurzen Gang entlang.

Ich prüfte die Luft. Alles Der Geruch des Todes hing schwer in der Luft, ich roch ihn ganz deutlich. Flockentanz‘ Körper lag wohl noch immer in der Mitte des Lagers und wartete darauf, bestattet zu werden.

Ich erreichte das Ende des Ganges – und prallte zurück. Mitten im Eingang lag Winterfell, tot. Doch er war nicht einfach nur tot. Er war schrecklich zugerichtet, die Kehle aufgeschlitzt, der muskulöse Körper von grausamen Wunden übersät, die Krallen noch zum Kampf ausgefahren und die Zähne gebleckt.

Ich fing an zu zittern. Irgendetwas hatte einen der besten Krieger des Clans einfach wie ein Stück Frischbeute abgeschlachtet. Und dieses Etwas schien noch im Lager zu sein. Der Drang, zurück in den Bau zu rennen und mich zu verstecken, war überwältigend, doch ich wusste, dass ich meine anderen Clankameraden nicht einfach im Stich lassen konnte. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und schlich aus dem Gang.

Ich schien in ein tiefes, schwarzes Loch zu fallen. Mein Sichtfeld trübte sich und mir wurde schwindlig von dem überwältigenden Geruch nach Blut und Tod. Der Boden des einst so friedlichen Lagers war blutdurchtränkt. Überall lagen Katzenleichen, grausam verstümmelt. Nirgends schien noch jemand zu leben, kein Ohrenzucken, keine Flanke, die sich langsam hob und senkte, war zu entdecken.

Und dann sah ich sie. Eine Kätzin, deren Fell einmal strahlend golden gewesen, doch das nun zerfetzt und blutbesudelt war. Ihre Pfoten glänzten bis zu den Oberschenkeln scharlachrot und die blutigen Krallen leuchteten im fahlen Licht der aufgehenden Sonne wie Rubine.

Die Kätzin stand, die Zähne gebleckt und die Muskeln angespannt, über einem hellgrauen Kater mit weißen Flecken, der aus mehreren Wunden blutete und ohnmächtig zu sein schien, jedoch noch lebte. Gerölltatze! Ich wollte zu ihm rennen, ihm zu Hilfe eilen, ihn retten, doch meine Beine wollten mir nicht gehorchen. Ich wollte schreien, doch ich war wie erstarrt, also schrie ich innerlich, schrie die goldene Kätzin an, meinen Gefährten in Ruhe zu lassen.

Als hätte sie es gehört, hob sie den Kopf und sah mich an. Beeindruckende grüne Augen starrten mich kalt und berechnend an, schwarze Ohren stellten sich in meine Richtung. Mein Nackenfell richtete sich auf und dann weiteten sich meine eigenen Augen vor Schock, als das Maul der Kätzin sich zu einem diabolischen Lächeln verzog und sie, mich nicht aus den Augen lassend, als wüsste sie um die Qualen, die sie mir bereitete, ihre Zähne in Gerölltatzes Kehle schlug.



„NEEEEEEEIIIIIIIN!“ Keuchend schlug ich die Augen auf, sah mich gehetzt um. Ich lag in einem kleinen Moosnest in Diamantensterns Bau. Vor dem Eingang der Höhle war Splittereis zu erkennen, der sich nun umdrehte und auf mich zukam. Ich schloss die Augen wieder und legte die Ohren an. Zittern durchlief meinen Körper. Es war nur ein Traum gewesen. Nur ein Traum.

Dennoch war er so real gewesen, so wirklich. Mein Körper schien aus Eis zu bestehen, noch immer konnte ich den Geruch von Blut an mir riechen. Was hatte dieser Traum zu bedeuten?

„Alles in Ordnung?“, fragte Splittereis kalt. Ich hob die Lider ein Stück. Die Augen des Katers waren genauso kalt wie seine Stimme. „Es-es geht schon. Nur ein Traum.“, antwortete ich. Er nickte. Es schien ihm egal zu sein. „Dann komm. Diamantenstern hat eine Versammlung einberufen, sobald du wach bist.“ Ohne eine weitere Erklärung drehte er sich um und lief auf den Eingang der Höhle zu.

Ich war vor den Kopf gestoßen. Eine Versammlung? Wegen mir? Sie glaubten wirklich, ich hätte Flockentanz getötet? Natürlich tun sie das, sagte eine leise Stimme in meinem Kopf, sie haben die andere Katze ja nicht gesehen, nicht wahr? Für sie musste es so aussehen, als hättest du sie kaltblütig ermordet.

So wie die Katzen in meinem Traum, schoss es mir durch den Kopf. Natürlich hatte ich die goldene Kätzin als ich selbst erkannt, hatte ich mein Spiegelbild doch schon oft genug in den spiegelnden Wänden des Lagers gesehen. Doch warum?, fragte ich mich immer wieder. Warum sollte ich überhaupt nur davon träumen, meinem Clan zu schaden?

Doch ich verbannte all diese Fragen und die Gedanken an meinen Traum aus meinem Kopf, als Splittereis sich umdrehte und mich ungeduldig aufforderte, mitzukommen. Schwerfällig erhob ich mich auf die Pfoten. Alle meine Glieder waren steif und schwer vom vielen Liegen, und so streckte ich mich erst einmal ausgiebig.

Eine seltsame Ruhe ergriff auf einmal Besitz von mir. Ich wusste, eigentlich sollte ich bestürzt sein über Flockentanz‘ Tod, sollte trauern, oder sollte wenigstens verletzt oder wütend sein, dass mein Clan glaubte, ich könnte jemals unsere Heilerin töten. Doch da war nichts. Kein Gefühl, nichts, so als hätte der Schock über den Tod meiner Mutter oder mein Traum oder was auch immer mich gegen alles abgestumpft.

Es war, als wäre ich nicht in meinem Körper, sondern nur ein unbeteiligter Zuschauer, der von oben auf das Lager hinunterblickt. Wie mechanisch setzte ich eine Pfote vor die andere, folgte Splittereis immer näher zum Ausgang der Höhle, immer noch ohne Gefühle, immer noch leer.

Die Muskeln des hellgrauen Katers waren angespannt, sein Schweif hoch erhoben, die Krallen kratzten über den Boden. Immer wieder sah er sich nach hinten um, so als könnte ich ihn jeden Moment anspringen. Er hat Angst vor mir, schoss es mir durch den Kopf. Es war ein seltsam berauschendes Gefühl.

Als wir den Ausgang der Höhle erreicht hatten, stockte mir der Atem. Der ganze Clan hatte sich erwartungsvoll vor dem Glitzerfelsen versammelt, mit Ausnahme von Diamantenstern, die nun von ihrem Platz auf der Spitze hinuntersprang und auf mich zukam.

Ich sah mich um. Die versammelten Katzen hatten einen Halbkreis um den Glitzerfelsen gebildet. In der Mitte, direkt davor, lag Flockentanz‘ Leiche. Ich drehte den Kopf weg, schaute die Katzen im Kreis an. Direkt in der ersten Reihe standen Bergpfote, Adlerpfote, Winterfell und Morgentau. Den beiden Schülern stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, während Winterfells weise alte Augen wie immer keine Gefühle preisgaben. Doch am meisten erschreckte mich Morgentau. Ihre schönen, grünen Augen sprühten vor Hass und Enttäuschung. Aber natürlich. Flockentanz war ihre Schwester gewesen.

Ich wandte den Blick ab, sah auf meine Pfoten. Ich hatte keine Zeit gefunden, sie zu waschen, und so klebte noch immer Flockentanz‘ Blut daran. Wieder stiegen die Bilder meines Traumes in mir auf. Doch Diamantenstern ließ mir keine Zeit, darüber nachzudenken, denn sie sprach mich an: „Gut, du bist wach.“ Ihre Stimme war kühl und verriet keinerlei Gefühle, doch in ihren Augen konnte ich Unsicherheit und Unruhe lesen. Ich erwiderte ihren Blick, versuchte Gelassenheit, Stärke und Zuversicht vorzutäuschen, versuchte, den Sturm aus Angst, Verwirrung und Trauer, der in mir tobte, zu verbergen.

Oh ja, ich hatte Angst. Angst, dass mein Clan mir nicht glauben würde, Angst, dass sie mich ausstoßen, dass sie mich vielleicht sogar töten würden. Ich suchte in der Menge nach Gerölltatze, suchte Halt in seinen grünen Augen und seinem entschlossenen Blick. Doch was ich sah zerschlug all meine Hoffnung, dass mein Clan mir doch noch glauben würde. Gerölltatzes Blick war leer und entsetzt, sein Gesicht sprach Bände.

Sie würden mir nicht zuhören. Diese Verhandlung war nur noch eine reine Formalität. Im Grunde waren alle schon davon überzeugt, dass ich es getan hatte, und ich konnte rein gar nichts dagegen tun. Und mal ehrlich – konnte ich es ihnen verübeln? Sie hatten nur Flockentanz‘ toten Körper und meine blutigen Pfoten gesehen, nicht den mysteriösen Schatten, der sie getötet hatte.

Alles, was ich jetzt noch tun konnte, war, möglichst würdevoll in die Verbannung oder in den Tod zu gehen.





Erschöpft ließ Blumenfeder sich in ihr Nest fallen. Es war eine lange Nacht gewesen und der Heimweg hatte sie aller übrigen Kraft beraubt. Ihr Gefährte, Sommerfell, kroch zu ihr in ihr Nest und leckte ihr sanft die Ohren. Zu einem festen Ball zusammengerollt und dankbar schnurrend glitt sie in den Schlaf.

„Blumenfeder!“ Eine zischende Stimme weckte sie aus ihrem Traum. „Blumenfeder!“ Wieder dieses Zischen. Verwirrt schlug sie die Augen auf und sah sich um. Ein paar bernsteinfarbene Augen blickten sie über den Rand ihres Nestes an. Es dauerte einige Sekunden, bis sie den vertrauten Geruch erkannte. „Ampferschweif? Was machst du hier?“, flüsterte sie, um Sommerfell und die anderen Krieger nicht zu wecken.

„Nicht hier. Komm mit.“, zischte Ampferschweif und verließ auf leisen Pfoten den Bau. Neugierig und ein wenig ängstlich folgte Blumenfeder ihr. Ampferschweif führte sie hinaus aus dem Lager, auf eine der vielen Lichtungen ihres Territoriums. Der Mond schien noch immer hell, obwohl er schon tief am Himmel stand, und ließ das Gras und die Bäume silbern wirken. Ampferschweif setzte sich und legte den Schwanz ordentlich um die Pfoten. Blumenfeder tat es ihr nach und sah sie erwartungsvoll an.

„Es ist Zeit, junge Kriegerin. Das Böse ist unter uns.“ Ampferschweifs Stimme klang gehetzt, und doch verspürte Blumenfeder keine Angst. Es war das, wofür sie gearbeitet hatte, das, worauf Ampferschweif sie vorbereitet hatte, seit sie zur Schülerin ernannt worden war. Seit Lotuswind fortgegangen war. „Was muss ich tun, Ampferschweif?“

„Sei bereit. Bald wirst du all deine Kraft und all deinen Mut brauchen. Du darfst nicht dem Pfad folgen, den deine Schwester gerade beschreitet, unter keinen Umständen.“ Mehr sagte sie nicht. Stand auf und trottete durch das Unterholz davon, den Kopf gesenkt, den Schweif durch den Schmutz schleifend. Blumenfeder sprang auf. „Ampferschweif! Warte! Was meinst du?“ Doch die schildpattfarbene Kätzin antwortete nicht. Wütend stampfte Blumenfeder auf. Wie kannst du mich schon wieder im Dunkeln lassen?, jaulte sie innerlich. Diesen Fehler hast du schon einmal gemacht! Hättest du uns das mit der Prophezeiung schon früher gesagt, wäre Lotuswind niemals fortgegangen!

Dann verrauchte ihre Wut. Auch für Ampferschweif war es nicht leicht. Sie tat nur, was sie für das Beste hielt. Aber es ist nicht das Beste!, dachte sie verzweifelt. Traurig ließ sie sich im kühlen Gras nieder und schloss die Augen. Fast sofort driftete sie in einen Traum.

Auf der Lichtung war es still. Kein Windhauch bewegte die Blätter der Bäume, die die Lichtung umgaben, kein Lebewesen rührte sich, nur eine Eule flog vorüber. Ihre Flügel malten Schattenmuster auf die mondbeschienene Fläche.

Die Schatten streiften eine graublaue Kätzin, die mit gespitzten Ohren und zu den Sternen gerichtetem Blick dasaß und auf jemanden zu warten schien.

Leise Pfotenschritte hallten in der Nacht wider, kündigten die Ankunft einer weiteren Katze an. Die Büsche um die Lichtung herum raschelten leise und heraus trat eine graue Kätzin mit orangen Augen. Die Blaue neigte grüßend den Kopf, doch die Graue fauchte nur und duckte sich sprungbereit. Die funkelnden Augen schienen zu brennen und starrten die blaue Kätzin herausfordernd an.

"Blaustern!“ ,zischte sie aufgebracht; ihr Schwanz peitschte wütend durch die Luft.

"Du bist an allem schuld! Hättest du auf mich gehört, hättest du Ampferschweif es ihnen sagen lassen, als sie noch in einem Clan waren, wäre das alles nicht passiert! Jetzt sind sie voneinander getrennt, alles ist zerstört! Jetzt sind die Clans endgültig dem Untergang geweiht!“


Und der Traum veränderte sich…

Sie rannte durch einen dunklen Wald, gehetzt von Schatten, glühenden Augen in der Finsternis. In den Bäumen um sie herum sah sie Katzen sterben, Katzen, denen brutal die Kehle zerfetzt oder der Bauch aufgeschlitzt worden war. Blumenfeder rannte immer weiter, getrieben von ihrer Todesangst. Doch plötzlich wurde der Wald lichter. Auf einer Lichtung standen eine schöne, blaugraue Kätzin, und- ihre Schwester!

Als Blumenfeder die beiden Kätzinnen erreicht hatte, verschwanden die Schatten, flohen, verschmolzen mit der Dunkelheit. Doch die beiden Kätzinnen bemerkten sie nicht. Die blaugraue blickte Lotuswind aus klaren blauen Augen an. „Sei gegrüßt, Lotuspfote.“ „W-Wer bist du?“, fragte diese verängstigt. „Mein Name ist Blaustern. Ich bin sicher, du hast von mir gehört. Doch wir haben nicht viel Zeit. Ein Sturm kommt auf, junge Lotuspfote, ein Sturm, der euch alle vernichten könnte. Das Böse wird stärker.

Doch diesmal seid ihr nicht allein. Vor einiger Zeit erhielten wir eine Prophezeiung: Die neuen Sprosse der goldenen Blüte, vereint mit Wind, Wasser und Eis werden die Macht haben, die Dämmerung der Clans herbeizuführen. Denke daran, dass die Dämmerung nicht nur den Abend, den Frieden, ankündigt, sondern auch den Morgen, die Veränderung, das Ende des Alten. Vergiss diese Prophezeiung nicht, wenn es soweit ist.“


Ruckartig erwachte Blumenfeder. Was hatte dies zu bedeuten?

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Mo Feb 25, 2013 7:41 am

Wow, ich bitte dich, stelle das nächste Kapitel so schnell du kannst ein!
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa März 02, 2013 12:50 am

15. Kapitel

„Damit ist es beschlossen. Lotuswind, du wirst diesen Clan verlassen. Für immer.“ „Nein! Diamantenstern, das kannst du nicht tun! Bitte!“ Es war nicht meine Stimme, die Diamantenstern anflehte. Es war Gerölltatze, der aufgesprungen war und sie mit großen Augen voller Verzweiflung ansah. „Bitte.“, wiederholte er noch einmal. „Sie hat es nicht getan, sie war es nicht. Bitte, lass sie hierbleiben.“

Doch bevor Diamantenstern antworten konnte, gebot ich ihm mit meiner Schwanzspitze, zu schweigen. „Bitte, Gerölltatze.“, flüsterte ich. „Mach es mir nicht noch schwerer.“ Meine Stimme war sanft, meine Augen jedoch blieben kalt und gefühllos. Etwas in mir war zerbrochen, als Diamantenstern das Urteil verkündet hatte, hatte mein Herz in tausend Fetzen gerissen.

Den Kopf stolz erhoben, suchte ich Diamantensterns kühlen Blick. Ich konnte Bedauern in ihren Augen sehen, aber auch eine bittere Entschlossenheit. „Wenn du es wünschst, werde ich gehen, Diamantenstern, denn im Kriegergesetz steht, dass das Wort des Anführers Gesetz ist, und ich bin dem Kriegergesetz immer treu gewesen. Aber du solltest gut darüber nachdenken, denn ich werde nicht zurückkehren, wenn ihr euren Irrtum eingesehen habt. Wenn ich gehe, gehe ich für immer.“ Verhaltenes Keuchen war aus der Menge der Katzen zu hören. „Wie kannst du es wagen?“, zischte Morgentau. Gerölltatze starrte mich nur entsetzt und verletzt an.

„So sei es, Lotuswind.“ Diamantensterns Blick blieb fest. „Bis Sonnenuntergang wirst du dieses Territorium verlassen haben, ansonsten haben meine Krieger die Erlaubnis, dich zu töten. Und du wirst deinen Namen ablegen müssen; eine Mörderin hat einen vom SternenClan gesegneten Namen nicht verdient.“ Ich neigte den Kopf. Was bedeutete schon ein Name im Vergleich zu allem, was ich verloren hatte. „Ich habe dir nichts mehr zu sagen. Geh.“ Ich sah meiner Anführerin ein letztes Mal in die Augen, dann drehte ich mich um und ging, ohne einen Blick zurück, auf den Lagerausgang zu.

„Wenn sie geht, gehe ich auch.“, hörte ich da eine Stimme hinter mir, fest und voller Entschlossenheit. Ich blickte über die Schulter zurück. Gerölltatze hatte sich vor Diamantenstern aufgebaut und sah ihr herausfordernd in die Augen. Einige Katzen keuchten entsetzt auf. Splittereis, sein Vater, bleckte die Zähne und seine Mutter Frostspiegel flüsterte: „Nein.“

„Du kannst nicht beweisen, dass sie Flockentanz getötet hat, Diamantenstern. Ich weigere mich, das zu glauben, denn ich liebe sie und ich kenne sie besser, als jeder andere hier im Clan. Wenn du sie verbannst, gehe ich mit ihr.“ Nicht im Mindesten entsetzt oder verwundert, neigte Diamantenstern den Kopf. „Es steht dir frei, deiner Gefährtin zu folgen, Gerölltatze. Ich werde dich nicht aufhalten, wenn du meinem Clan den Rücken kehren willst. Aber überleg es dir gut. Überleg dir gut, ob du dein Leben wirklich für eine Verräterin aufgeben willst. Denn wenn du gehst, dann für immer.“

„Er wird nicht gehen, Diamantenstern.“ Ich drehte mich noch einmal vollständig zu den versammelten Katzen um. „Ich werde nicht zulassen, dass du dein Leben für mich aufgibst, Gerölltatze. Ich lasse nicht zu dass du in die Verbannung gehst für jemanden“ Ich stockte. „Jemanden wie mich.“, presste ich dann hervor. Aus Gerölltatzes Augen sprach Verwirrung. „Jemanden…wie dich? Wie meinst du das, Lotuswind? Ich liebe dich! Ich würde dir überallhin folgen.“

Da sah ich, dass es nicht anders ging. Wenn ich sein Leben retten wollte, musste ich sein Herz brechen. „Aber ich liebe dich nicht, Gerölltatze.“, sagte ich mit einer Stimme, so kalt wie das Eis, aus dem ich mir eine Mauer um mein gebrochenes Herz geschaffen hatte. „Ich habe dir die ganze Zeit etwas vorgemacht. Es tut mir leid.“ Die letzten Worte richtete ich an die gesamte Menge der Katzen. Dann drehte ich mich ein letztes Mal um, und verschwand im Lagereingang, für immer. Ich sah weder Gerölltatzes gebrochenen Blick, noch Bergpfotes und Adlerpfotes entsetze Minen.



Währenddessen, im RegenClan:

Der Wasserfall donnerte auf sein Bett aus Felsen, eine endlose Flut schäumendes, klares Wasser. Die Gischt benetzte das Fell zweier Katzen, die an seinem Ufer lagen, das eine hellblau, das andere hellbraun. Ihre Augen starrten in den Himmel, ohne zu sehen, zwischen ihren zusammengepressten Kiefern sah man noch einige Kräuterbüschel, rot gefärbt von dem Blut, das aus ihrer Kehle floss.

Zufrieden leckte der Kater sich das Blut von den mit Hundezähnen verstärkten Pfoten. Seine Augen leuchteten rot im Licht der untergehenden Sonne und sein Fell leuchtete weiß wie frisch gefallener Schnee.



Einige Zeit später, im SturmClan:

Der Wind peitschte über das Moor, schickte graue Sturmwolken, um den Mond und die Sterne zu verdunkeln. Zwei Katzen lagen nebeneinander unter einem Ginsterbusch, eine Kätzin und ein Kater, er schildpattfarben, sie rauchgrau. Sie hätten das Zeichen, das der SternenClan da schickte, wohl verstehen können, hätten ihre Augen nicht blicklos zum Himmel gestarrt, gleichgültig gegenüber der Welt. Sie waren tot. Und dort, in der Ferne, rannte ein Schatten über das Moor, schnell wie der Wind, in Richtung Süden. Ein Schatten mit weißem Fell und roten Augen.



Nur wenig später, im SonnenClan:

Die Blätter raschelten leise, als die Kätzin durchs Unterholz schlich, auf der Suche nach Studentenblume. Sie war so vertieft in ihre Suche, dass sie weder die Sturmwolken am Himmel bemerkte, noch den Schatten, der langsam und verstohlen auf sie zuschlich. Erst, als sie die Krallen blitzen sah und ihr warmes Blut über die Pfoten lief merkte sie, dass sie einen Fehler begangen hatte. Sie war unachtsam gewesen. Als sie zu Boden sank und das Leben langsam aus ihr entwich, war das Letzte, was sie in ihrem Leben sehen sollte, blutrote Augen in einem weißen, von Narben durchzogenen Gesicht.




Ich fuhr hoch. Gehetzt sah ich mich um, suchte nach einem weißen Schatten mit roten Augen. Doch da war nichts. Zitternd stand ich auf. So langsam reichte es mir mit diesen Albträumen. Ich schüttelte mich, um einen klaren Kopf zu bekommen, dann setzte ich meine Reise fort. Nach meiner Verbannung war ich in Richtung Sternengipfel gelaufen, doch kurz hinter der Grenze des Territoriums hatte mich der Schlaf übermannt. Jetzt lief ich weiter, getrieben von meiner Gier nach Antworten.

Ich erklomm den Berg, ohne von einem Schneesturm überrascht zu werden, und als ich auf der Spitze stand, war ich zuerst überwältigt von dem Anblick. Doch das änderte sich bald. All meine Wut, meine Verzweiflung, meine Trauer durchbrach den Eispanzer meines Herzens, und ich jaulte sie heraus, schrie zum Himmel, zum SternenClan: „Warum habt ihr mir das angetan? Warum?“

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa März 02, 2013 1:09 am

Nun, mir fehlen echt die Worte, ich kann dich nur noch bitten das nächste Kapitel einzustellen.
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa März 02, 2013 6:55 am

16. Kapitel

Mein Pfoten hinterließen blutige Spuren auf dem harten Asphalt. Doch diesmal war es nicht das Blut einer anderen Katze, das daran klebte, sondern mein eigenes. Die Ballen waren wund und aufgeschürft, und ich hatte mir eine Kralle ausgerissen. Auch mein Pelz sah nicht viel besser aus. Er war zerzaust und zerfetzt, hatte all seinen Glanz verloren. Und ich war erst zwei Tage unterwegs.

Nachdem der SternenClan auf dem Sternengipfel stumm geblieben war, hatte ich in einer Felsspalte Unterschlupf gesucht und hatte ein wenig geschlafen. Bei Sonnenaufgang war ich weitergezogen, in Richtung Norden. Es war für mich nicht schwer gewesen, das Gebirge zu durchqueren, ging es doch hinter dem Sternengipfel nur noch bergab. Außerdem war ich an Gestein unter meinen Pfoten gewöhnt. Doch was am Fuß der Bergkette lag, hatte mich überrascht und zugleich wunderbare Erinnerungen in mir geweckt.

Ein kleines, lichtes Wäldchen schmiegte sich an den Fuß der Berge. Dahinter hatte ich einen kleinen Zweibeinerort entdeckt. Ich kannte die Bezeichnung für diese Ansammlung von riesigen, harten Zweibeinernestern nur von Ampferschweifs Erzählungen, und so war ich überwältigt gewesen von ihrer Größe und Zahl.

Und als ich so dagestanden hatte und an Ampferschweif gedacht hatte, war mir die Geschichte in den Sinn gekommen, die ich nie zu Ende hören sollte. Sie hatte von einem Zweibeinerort gesprochen und von einem Wald, hinter dem etwas gewesen war (siehe Kapitel 3. – Geschichten)… was das war hatte ich nie erfahren. Doch es musste diese Bergkette sein. Ehrfürchtig war ich zu dem Wäldchen hinabgestiegen. Diesen Boden hatten schon die Pfoten meiner Vorfahren betreten, auf der Suche nach einem neuen Zuhause, einer neuen Hoffnung. Genau wie ich.

Ich hatte mir also im Wald einen Schlafplatz gesucht, denn die Sonne war bereits am Sinken gewesen. Ich hatte mir eine Maus gefangen, und es genossen, wieder unter Bäumen jagen zu können. Wie sehr ich das vermisst hatte, wurde mir erst da bewusst. Und als ich dann so da gelegen hatte, auf meinem provisorischen Nest aus Moos und Farn, mit schmerzenden Gliedern und juckendem Fell, da erst war mir wirklich klar geworden, was ich verloren hatte.

Ich hatte zurückgedacht an meine Zeit als Junges, meine Familie, meine Freunde, und vor allem an Gerölltatze, den ich belogen hatte, um ihn zu schützen, der mich nun hasste. Doch ich war nicht zusammengebrochen, hatte nicht geweint, nicht getrauert. Ich hatte all diese kostbaren Erinnerungen tief in meiner Seele vergraben, geschützt durch einen Panzer aus Eis, aus Gleichgültigkeit. Niemand würde mich jemals dieser Erinnerungen berauben. Und während ich eingeschlafen war, hatte ich zum zweiten Mal in meinem Leben beschlossen, einen Neuanfang zu wagen.



Und nun stand ich hier, im Herzen dieses Zweibeinerortes, mit blutigen Pfoten, die dem harten Asphalt irgendwann nicht mehr standgehalten hatten und zerzaustem, glanzlosem Pelz. Ich hatte mich verirrt; ich wusste nicht mehr wo ich war. All die Eindrücke, Gerüche und Geräusche verwirrten meine Sinne und quälten mich. Die heiße Sonne der Blattgrüne stand hoch am Himmel und brannte unbarmherzig auf mein dichtes Fell. Ich sehnte mich zurück nach der erfrischenden Kühle des kleinen Wäldchens. In den Bergen war es nie so heiß gewesen. Der Boden unter meinen Füßen schien regelrecht zu schmelzen.

Seufzend schleppte ich mich weiter. Irgendwann musste dieses Labyrinth schließlich einmal zu Ende sein. Doch als ich die nächste Ecke umrundet hatte, blieb ich wie festgewachsen stehen. Ich erkannte diese Grünfläche mit den kleinen Bäumen darauf wieder; ich war im Kreis gelaufen. Im Schatten einer kleinen Buche ließ ich mich stöhnend auf mein Hinterteil fallen. Alles tat mir weh und ich hatte seit dem frühen Morgengrauen nichts mehr gegessen. Und mein Pelz juckte! Noch niemals war ich so ungepflegt gewesen. Nun, dachte ich, wenn ich schon nichts zu essen finde, kann ich mich wenigstens waschen. Und so gab ich mich einer ausgiebigen Wäsche hin.

Ich knackte gerade den letzten Floh mit meinen Zähnen, als es in den Büschen um mich herum raschelte. Alarmiert richtete ich mich auf und prüfte die Luft. Unbekannte Katzen. Viele unbekannte Katzen. Ich fuhr die Krallen aus, mein Nackenfell sträubte sich. Gleichzeitig verfluchte ich mich für meine Unachtsamkeit. Einige Herzschläge später trat auch schon die erste Katze aus dem Busch vor mir. Es war eine kleine, magere Kätzin mit verfilztem, silbern getigertem Fell. Ihr kleiner Körper war übersät mit Narben und ihr fehlte ein großes Stück des linken Ohrs. Um den Hals trug sie ein Halsband. Ein Häuskätzchen!, dachte ich erleichtert. Doch warum ist es so ungepflegt?

Dann wanderte mein Blick zu ihren Pfoten und mir stockte der Atem. Die langen Krallen waren mit Hundezähnen verstärkt und glitzerten gefährlich im Licht der Mittagssonne. BlutClan!, schoss es mir durch den Kopf. Ich hatte nie eine dieser gefährlichen Katzen gesehen, und doch erkannte ich diese Krallen aus den Geschichten, die Ampferschweif uns als Junges erzählt hatte. Ich duckte mich und sah mich um. Ich stand auf einer kleinen Lichtung aus Büschen, in deren Mitte die schattenspendende Buche stand. Unzählige Augenpaare funkelten mir aus den Büschen entgegen. Ich war umzingelt. Doch seltsamerweise empfand ich keine Angst. Zu viel war schon passiert; schlimmer konnte es kaum noch werden.

Die silberne Kätzin richtete des Wort an mich. Ihre Stimme klang heiser und kratzig, wie Igelstacheln, die über Stein kratzen. „Wer bist du?“, fragte sie. „Was tust du auf dem Territorium des BlutClans?“ „Mein Name ist-“, setzte ich an, doch dann verstummte ich. Ich hatte keinen Namen mehr. „Ich bin nur auf der Durchreise.“ Das war, was ich hatte sagen wollen. Doch stattdessen sagte ich: „Ich habe nach euch gesucht. Ich möchte mich eurem Clan anschließen.“

Ich weiß nicht, warum ich das gesagt hatte. Vielleicht war es die Erschöpfung und die Hoffnung auf ein warmes Nest für die Nacht, vielleicht war es auch einfach die Verlockung, wieder einem Clan anzugehören; einem Clan, der mich nicht für meine Herkunft verurteilte, weil er sie nicht kannte. Jedenfalls konnte ich es nun nicht mehr zurücknehmen. Ich wollte es auch gar nicht.

Misstrauisch sah die Kätzin mich an. „Dich unserem Clan anschließen? Warum sollten wir dir glauben? Und woher wissen wir, dass du stark genug bist für unsere Gemeinschaft? Wir können keine Katzen gebrauchen, die bei dem kleinsten Problem den Schwanz einziehen.“ Verächtliches Schnauben war aus den Büschen zu hören. Ich sah der Kätzin fest in die eisblauen Augen. „Ich bin bereit, mich jeder Prüfung zu unterziehen.“, hörte ich mich sagen. „Bringt mich zu eurem Anführer; ich würde gerne mit ihm sprechen.“ Plötzlich grinste die Kätzin. „Jede Prüfung, sagst du? Nun, wir werden sehen. Wenn es dein Wunsch ist, werden wir dich in unser Lager eskortieren. Folge mir.“

Das verächtliche Grinsen der Kätzin ließ mich ahnen, dass ich einen Fehler gemacht hatte, als ich sagte, ich würde mich jeder Prüfung unterziehen. Dennoch folgte ich ihr. Es würde schon nicht so schlimm werden – dachte ich. Dennoch sollten die folgenden Stunden mein Leben für immer verändern.



Jede Clankatze, die diese seltsame Prozession beobachtet hätte, hätte sich gewundert, warum eine einzelne Katze allein einen potentiell gefährlichen Eindringling durch ihr Territorium führte. Doch ich machte mir nichts vor. Ihre Patrouille war da, ich konnte sie nur nicht sehen. Und sollte ich versuchen, der Kätzin etwas anzutun, würden sie mich schneller töten, als ich „Maus“ sagen konnte.

Ich folgte der Kätzin zurück in die Gasse, aus der ich gekommen war. Sie führte mich weiter durch das Gewirr aus Wegen, bis ich vollkommen die Orientierung verloren hatte. Ohne ihre Hilfe würde ich hier niemals wieder hinausfinden – und sie wusste das. Ich war also abhängig von ihr. Seltsamerweise gefiel mir der Gedanke, einmal nicht auf mich allein gestellt zu sein, jemand anderem die Führung zu überlassen und sei es nur für diese kleine Weile.

Die Silberne hielt schließlich vor einer großen Fläche aus glattem, von seiner Rinde befreitem Holz. Sie vergewisserte sich ein letztes Mal, ob ich ihr folgte, dann zwängte sie sich durch eine kleine Lücke in dem Holz. Ich zögerte nur einen winzigen Moment, dann folgte ich ihr.

Vor mir erstreckte sich eine große, kahle Fläche. Keine Bäume wuchsen darauf, nur einige kleine Büsche kämpften ums Überleben. Der Boden war übersät mit Zweibeinermüll, das war es zumindest, was ich annahm. Ich hatte ja noch nie in meinem Leben Zweibeinermüll gesehen. Geschweige denn einen Zweibeiner. Jedenfalls waren die Gebilde groß genug für einen ausgewachsenen Zweibeiner.

Es gab kleine, abgegrenzte Bereiche in diesem Lager, die wohl als Versammlungsplätze dienten, und zwischen den Schrottbergen hatten Katzen ihre Nester gebaut. Es war nicht wie im Lager eines Clans, es gab keine festgelegten Bereiche für die Nester. Sie waren einfach wahllos verstreut; in einem konnte ich eine Kätzin sehen, die ihre Jungen säugte, im Nest direkt daneben schlief ein massiger, rotbrauner Kater mit nur einem Ohr.

Mein Blick wanderte wieder zu der silbernen Kätzin. Die deutete mit einer ausladenden Schwanzbewegung auf das Lager und sagte: „Willkommen auf dem Schrottplatz.“ Dann drehte sie sich um und bedeutete mir mit einer weiteren Schwanzbewegung, ihr zu folgen. Ich tat es. Zum Umkehren war es ohnehin zu spät, und ich verspürte keine Angst. Nur kalte Entschlossenheit.

Die Silberne führte mich zum anderen Ende des Lagers, wo sich der größte Berg Zweibeinerschrott auftürmte. Die einzelnen Teile waren so aufgeschichtet, dass am Boden ein kleiner, dreieckiger Zwischenraum blieb. In diesem Zwischenraum thronte eine Katze. Ich wunderte mich, wie diese Katze da so ruhig sitzen konnte, mit dem Gewicht eines ganzen Berges über ihrem Kopf. Um den Haufen herum war eine Fläche frei, gerade so groß, dass sich ein Clan darauf versammeln konnte, um seinem Anführer zuzuhören. Die Kätzin strebte weiter auf den Schrotthaufen zu. Langsam konnte ich Einzelheiten erkennen, wie zum Beispiel die Hundezähne, die die Krallen des Anführers zierten, oder das blutrote Halsband, ebenfalls gespickt mit Hunde- und Katzenzähnen.

Meine Führerin blieb in respektvollem Abstand vor dem Bau stehen und neigte den Kopf. Erst jetzt erkannte ich, dass der Anführer des BlutClans keinesfalls männlich war, wie ich zunächst angenommen hatte. Eine wunderschöne, hellsilbern getigerte, fast weiße Kätzin schaute mich aus saphirgrünen, intelligenten Augen berechnend und ein wenig neugierig an. Ihr Fell glänzte und war nicht im Mindesten zerzaust oder schmutzig, so wie meines. Im Gegensatz zu ihr kam ich mir dreckig und schäbig vor. Diese vollkommene Perfektion wurde nur von einer langen Narbe durchbrochen, die sich ihre gesamte linke Seite entlangzog und das Fell teilte. Ich war wie verzaubert.

Dann ergriff die Anführerin das Wort und der Bann war gebrochen. Ihre Stimme klang hoch und kalt, wie splitterndes Eis. „Nacht? Wen bringst du mir da? Etwa einen Eindringling?“ Die silberne Kätzin, Nacht, verneigte sich ehrfürchtig vor der Anführerin, bevor sie sagte: „Sie sagt, sie will sich unserem Clan anschließen, Lilie.“ Lilie. Ein seltsamer Name für die Anführerin des wohl gefährlichsten und blutrünstigsten Clans der Erde. Dann fiel mir ein, dass mir als Junges einmal eine dieser wunderschönen Blumen gezeigt und mir eingebläut worden war, dass diese für Katzen hochgiftig seien. Deshalb der Name. Wunderschön, und doch tödlich. Ein Schauer rann mir das Rückgrat hinab, doch ich verspürte noch immer keine Furcht.

Lilie sah mich einen Moment lang an, dann schickte sie Nacht mit einem Schwanzzucken weg. Die Kätzin gehorchte sofort, doch mit einem verächtlichen Grinsen auf den Lippen. Gefährlich langsam wandte die Anführerin ihre Aufmerksamkeit mir zu. Sie musterte mich von oben bis unten, dann bedeutete sie mir, mich zu setzen. Ich tat es.

„So. Du willst dich also unserem Clan anschließen?“, fragte sie – und fing an zu lachen. Ihr Lachen war genauso kalt wie ihre Stimme, ließ mich frösteln. „Bei allen Geistern, du bist eine Clankatze! Und ich dachte, mein Großvater hätte euch alle ausgerottet.“ Ihre Worte waren dazu gedacht, mich zu verletzen, doch sie prallten an dem Eispanzer meines Herzens ab. Ich sah sie einfach nur ruhig an. Ich fragte nicht, woher sie wusste, dass ich einem Clan angehört hatte. Sie beruhigte sich und musterte mich mit einem undefinierbaren Blick in den Augen. „Bei uns laufen diese Dinge ein wenig anders, als bei euch. Du kannst nicht einfach kommen, und dich meinem Clan anschließen wollen. Nenn mir nur einen Grund, warum ich dich nicht auf der Stelle in Stücke reißen lassen sollte, Clankatze.“ Ihre Stimme war beiläufig, so als spräche sie über das Wetter, doch die Drohung darin war nicht zu überhören.

Ich antwortete gelassen, aber ebenso kalt wie sie: „Ihr hättet nichts davon. Lasst mich mich einer Prüfung unterziehen; wenn ich sie bestehe, habt ihr eine starke Kriegerin mehr. Wenn nicht, könnt ihr mich immer noch töten.“ Nachdenklich sah sie mich an. „Weißt du überhaupt, auf was du dich da einlässt, kleine Kriegerin?“ Ich sparte mir die Antwort. Natürlich wusste ich es nicht, aber es war mir egal. Ich wollte nur wieder einem Clan angehören.

Sie las die Wahrheit in meinen Augen. „Nun, das wird sicherlich sehr amüsant werden.“, sagte sie mit einem boshaften Lächeln. Sie erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung und sagte: „Warte hier.“ Dann sprang sie mit großen Sätzen den Schrotthaufen hinauf und rief ihren Clan zusammen. Langsam kamen die Katzen aus ihren Nestern, versammelten sich um den Berg. Einige musterten mich argwöhnisch, andere gierig, und wieder andere sahen so gelangweilt aus, als ginge sie das alles gar nichts an. Ich stand einfach da und wartete.

„Ich habe euch zusammengerufen, weil diese Kätzin hier“ – Lilie deutete von oben mit ihrer Schwanzspitze auf mich – „sich unserem Clan anschließen möchte. Sie ist bereit, die übliche Prüfung abzulegen, um sich als würdig zu erweisen.“ Die Katzen murmelten, weitere argwöhnische Blicke trafen mich. Ich ignorierte sie, sah zu Lilie hinauf. „Was muss ich tun?“, fragte ich.

„Du wirst gegen eines unserer Clanmitglieder kämpfen, auf Leben und Tod. Gewinnst du, bist du eine von uns und nimmst den Rang dieses Mitgliedes ein. Verlierst du jedoch – nun du wirst dir ausmalen können, was dann passiert. Du darfst dir deinen Gegner selbst aussuchen, doch wähle weise. Bei einem Kampf auf Leben und Tod kommen verborgene Kräfte zum Vorschein.“

Ich nickte. Etwas Ähnliches hatte ich mir schon gedacht. Nun, was hatte ich schon zu verlieren? „Es ist dir nicht gestattet, deinen Gegner am Leben zu lassen, solltest du ihn besiegen. Gnade ist ein Zeichen von Schwäche.“ Mit diesen Worten sprang sie vom Schrotthaufen herunter. Mit einem geschmeidigen Satz landete sie neben mir. „Wähle nun deinen Gegner, Clankatze.“ Ich besah mir die versammelten Katzen.

„Und ich kann wirklich jeden auswählen?“, fragte ich noch einmal nach. Lilie nickte. „Sogar mich – doch es wäre dumm, das zu versuchen. Ich habe mir diesen Posten hart erkämpft und werde ihn nicht so einfach aufgeben.“ Ich dachte nach. Ob sie wohl ihren eigenen Großvater getötet hatte, um Anführerin zu werden? Skrupellos genug schien sie mir. Ich beschloss, sie nicht herauszufordern.

Ein weiteres Mal sah ich mir die versammelten Katzen an. Diese da, die kleine Goldene, sie konnte nicht älter sein als zehn Monde. Und doch schimmerten ihre Augen mit der Härte und der Kampferfahrung einer viel älteren Katze. Außerdem verlieh ihre geringe Größe ihr sicherlich eine größere Schnelligkeit und Wendigkeit als mir. Ich musste mir also jemanden in meiner Größe suchen.

Mein Blick blieb an einem schlammbraunen Kater mit weißem Kopf und türkisblauen Augen hängen. Er war ungefähr so groß wie ich und sah ziemlich mager aus. Er schien mir der leichteste Gegner zu sein, also bedeutete ich Lilie, dass ich gegen ihn antreten wolle. Lilie winkte ihn mit einem Schwanzzucken zu sich. Der Kater bleckte verächtlich die Zähne in meine Richtung und blieb dann knapp vor seiner Anführerin stehen. Sie sah ihn kalt an.

„Adler, bist du bereit, mit dieser Kätzin um deine Ehre und dein Leben zu kämpfen?“ Ich sah dem Kater, Adler, fest in die Augen. Er erwiderte kurz meinen Blick und ich sah die unausgesprochene Drohung darin. Dann antwortete er seiner Anführerin: „Ich bin willens und bereit, Lilie.“ „So möge der Bessere gewinnen; ihr kämpft auf Leben und Tod, bis einer aufgibt oder unterliegt! Mögen die Geister euch Kraft geben!“ Kaum hatte die Anführerin die rituellen Worte zu Ende gesprochen, stürzte Adler sich auf mich.

Ich hatte kaum Zeit zu reagieren. Ungeschickt wich ich aus, doch ich verlor das Gleichgewicht und fiel auf die Seite. Sofort warf Adler sich auf mich und fügte mir eine lange Wunde an der Schulter zu. Sie blutete stark und schmerzte heftig, doch ich würde nicht so einfach aufgeben. Ich wusste, dass ich diesen Kater überlegen war; dafür hatte ich mein Leben lang trainiert. Mit Schwung schleuderte ich ihn von mir herunter und sprang auf.

Mein Nackenfell richtete sich auf und ich kauerte mich hin. Auch Adler kauerte sich hin und funkelte mich an. Ich wartete. Und wartete. Sah ihm dabei immer fest in die Augen. Irgendwann war es ihm zu viel. Mit einem gewaltigen Satz sprang er auf mich zu, versuchte, auf meinem Rücken zu landen. Doch ich war vorbereitet. Kurz bevor er landete, zog ich meine Pfote nach oben über seinen Bauch; dann schoss ich nach vorne und wirbelte auf den Hinterbeinen herum.

Überrascht und wütend schaute der Kater mich an. Aus der Wunde am Bauch floss viel Blut, doch es war nicht genug, um ihn umzubringen. Ich keuchte. Das Leben als Ausgestoßene hatte schon jetzt seinen Tribut gefordert; ich war nicht mehr so ausdauernd und flink wie in meiner Schülerzeit. Doch ich konnte ihn immer noch besiegen. Es war wie ein Rausch; ein seltsamer roter Nebel beeinflusste mein Denken, entfachte einen nie gekannten Blutdurst in mir.

Diesmal war ich es, die angriff. Ich kroch ganz nahe an ihn heran und fauchte ihm ins Gesicht. Dann schlug ich mit einer Pfote nach seinem Ohr, während ich mit der anderen versuchte, seine Beine unter ihm wegzuschlagen. Doch er war zu schwer, und ich hatte den richtigen Punkt nicht getroffen. Er sprang mich an und rollte mit mir über den Kampfplatz, die Pfoten auf meiner Brust. Ich versuchte, ihn zu kratzen, ihm in die Kehle zu beißen, doch er wich geschickt aus. Dann war er endgültig über mir. Seine Krallen bohrten sich mir schmerzhaft in die Schultern und in den Unterleib, dort, wo er mich festhielt. Ich strampelte, wehrte mich, fauchte, zeterte, doch er war zu stark. Alles, was ich freibekommen konnte, war eine Vorderpfote. Doch das würde reichen. Und da, als er gerade seine Zähne in meine Kehle schlagen wollte – fing er an, sich in Krämpfen zu winden. Er rollte von mir herunter.

Eine lange, gezackte Glasscherbe ragte knapp hinter seinem Schulterblatt aus seinem Körper. Eine Blutlache hatte sich schon um seine Pfoten gebildet und er starrte die Scherbe mit großen Augen an. Dann fiel sein Blick auf mich und verschleierte sich vor Hass und Schmerz. Der schlammbraune Kater starb in dem Wissen, dass er mich unterschätzt hatte.

Gleichgültig wusch ich mir in einer nahen Pfütze das Blut von den Pfoten. Der seltsame rote Nebel in meinem Kopf wollte sich nicht lichten, nur mühsam konnte ich mich beherrschen, nicht auf die nächste Katze loszugehen. Die Umstehenden starrten mich lange an, dann neigten sie nacheinander die Köpfe. Zuletzt kam Lilie auf mich zu. „Die Clankatze hat sich als würdig erwiesen, unserer Gemeinschaft eine treue Kriegerin zu sein.“, verkündete sie. „Sie wird nun Adlers Platz als oberste Kriegerin einnehmen – nach Nacht selbstverständlich.“ Die BlutClan-Katzen murmelten ihre Zustimmung.

Dann wandte sich Lilie an mich. „Doch nun, junge Kriegerin, wirst du uns deinen Namen verraten müssen.“ Ich sah sie lange an. Dann blinzelte ich, als würde ich in die Mittagssonne schauen, und sagte mit kalter, gleichgültiger und doch weittragender Stimme: „Nennt mich Eis.“
Und hätte einer der Umstehenden den Mut gehabt, mir tief in die Augen zu schauen, so wäre er zurückgeschreckt vor dem rötlichen Schimmer, der sich langsam über meine Iris ausbreitete.

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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Sa März 02, 2013 7:24 am

Bitte das nächste Kapitel!
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Do März 28, 2013 2:53 am

17. Kapitel

„Stirb, Eindringling!“ Ein letztes Mal gruben sich meine Krallen in das Fleisch der Kätzin, die zitternd und um Gnade bettelnd vor mir kauerte. Ihre Augen weiteten sich vor Schmerz und Schock, dann sah ich, wie das Leben sie mit jedem Tropfen Blut, der aus ihren zahlreichen Wunden sickerte, schneller verließ. Schließlich sank ihr magerer Körper in sich zusammen und die Augen starrten blicklos gen Himmel.

„Gut gemacht, Eis.“, sagte Veilchen kalt. „Dieser Abschaum hatte es nicht besser verdient, wenn sie in unser Territorium eindringt.“, antwortete ich, ebenso gleichgültig. Seit meiner Aufnahme in den BlutClan war der rote Nebel in meinem Kopf dichter geworden, sodass ich regelrecht nach Blut lechzte. Und mit jedem Mord, den ich beging, wurde meine Iris ein wenig röter. Doch ich merkte es nicht. Wunderte mich auch nicht über meinen plötzlichen Blutdurst, der die hübsche Kätzin mit dem sanften Wesen, die ich einmal gewesen war, erstickt hatte. Alles, was ich wollte, war, meinem neuen Clan treu zu sein. Die Katzen, die dafür sterben mussten, waren unwichtig. Sie waren nur Staubkörner, die vom Wind weggefegt wurden. Alles, was zählte, war der Clan. Und jegliche Bedrohung für ihn musste ausgelöscht werden.

Ich hatte viel gelernt in meiner Zeit beim BlutClan. Ich hatte gelernt, mich in dem Labyrinth der Straßen und Gassen zurechtzufinden, wie man in den Mülltonnen nach Nahrung suchte, wie man die saubersten Pfützen zum Trinken fand. Doch vor allem hatte ich gelernt, dass nur der Stärkste überleben konnte.

„Lasst sie hier und nehmt die Kleinen mit!“, befahl ich meiner Patrouille. Mein Blick fiel auf die beiden kleinen Kätzinnen, die zitternd und mit zusammengepressten Augen neben dem toten Körper ihrer Mutter kauerten. Sie konnten nicht älter sein als drei Monde.

„Sollen wir sie nicht auch töten, Eis?“, fragte Rauch mit einem irren Glitzern in seinen Augen. Rauch war einer der dümmsten Mitglieder des Clans. Sein Tagesablauf bestand nur aus Fressen, Schlafen und Töten, weswegen ich darauf verzichtete, ihm meine Krallen über die Ohren zu ziehen, weil er meine Befehle in Frage gestellt hatte. Ich zuckte einfach nur mit den Ohren und sagte: „Tu, was ich sage, Rauch, und stell keine dummen Fragen.“

„Was glaubt sie eigentlich, wer sie ist?“, hörte ich Wolf leise hinter mir murmeln. Wolf war eine gefährliche Katze. Sie hatte ihre eigene Meinung und die Stärke, diese zu vertreten. Es gab nur zwei Katzen im Clan, vor denen sie Respekt hatte: Lilie und Nacht. Mich als oberste Kriegerin respektierte sie nicht, denn ich war von außerhalb. Sie hatte noch immer nicht verstanden, dass ich nun zum BlutClan gehörte und würde mir deswegen auch keinen Respekt entgegenbringen. Doch ich hatte vor, das zu ändern.

Ich wirbelte herum, sodass unsere Nasen sich fast berührten. Mit zurückgezogenen Lefzen knurrte ich: „Was war das? Möchtest du das wiederholen, Wolf?“ Ich musste gefährlich aussehen mit dem gesträubten Fell, den zurückgezogenen Lefzen und der rot schimmernden Iris, die Wolf wohl zum ersten Mal sah, doch die grünen Augen der schwarzen Kätzin zeigten keinerlei Regung.

„Ich sagte: was glaubt sie eigentlich, wer sie ist?“, antwortete Wolf ruhig. „Du benimmst dich wie eine Anführerin, Clankatze! Was lässt dich glauben, dass du uns Befehle erteilen kannst?“ Ich knurrte. Die anderen Katzen meiner Patrouille, Rauch, Veilchen und ein rotbrauner Kater namens Fuchs wichen langsam zurück. Doch nicht so Wolf. Ihre Augen zeigten noch immer keinerlei Regung; nur einen leichten Schimmer von Hohn meinte ich darin zu erkennen. „Pass auf, was du sagst, Wolf. Es könnte gefährlich für dich enden. Ich bin immer noch oberste Kriegerin und als solche solltest du mir ein wenig Respekt erweisen.“ Wolf schnaubte. „Drohst du mir?“ „Allerdings. Wenn du mir nicht freiwillig den nötigen Respekt zollst, wird es wohl Zeit, dass du es lernst.“ Die schwarze Kätzin trat einen Schritt zurück und musterte mich verächtlich. „Respekt? Vor einer Clankatze? Du hast deinen Clan verraten; was garantiert uns, dass du nicht das selbe mit uns tun wirst? Und vor allem: wer sagt uns, dass du kein Spion bist? Ich traue dir nicht, Eis, und deshalb wirst du von mir auch keinen Respekt erfahren.“ Die Mitglieder meiner Patrouille keuchten. Kein Krieger hätte es jemals gewagt, so mit Adler zu sprechen, als dieser noch lebte. Ich wusste, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, zu beweisen, dass ich eine würdige Nachfolgerin war. „Das“, miaute ich, „ist äußerst bedauerlich.“ Dann sprang ich.






Es war kalt in der Baumkuhle. Ein Nordwind wehte und brachte das Versprechen des Herbstes. Der halbe Mond spendete nur mäßig Licht, sodass Ampferschweif nur einer der vielen Schatten war, die die Senke bevölkerten. Blumenfeder fröstelte.

„Eine schreckliche Nacht, um aus dem Nest gejagt zu werden, Ampferschweif.“, stellte sie fest. „Lohnt es sich wenigstens? Erzählst du mir endlich die ganze Wahrheit?“

„Es ist Zeit, Blumenfeder…“






Unbeschreiblicher Hass sprühte aus den wunderschönen grünen Augen zu meinen Pfoten. Meine Krallen, befleckt mit dem Blut der schwarzen Kätzin, schimmerten rötlich im Mondlicht. Nur ein winziges Stückchen mehr und sie würden ihre Kehle durchbohren. Blut würde aus ihrer Kehle schießen, scharlachrot wie ein Rubin, und es würde ihr Leben mitnehmen, und ihre schwarze Seele. Mein Blutdurst wäre befriedigt, zumindest für eine Nacht. Und die anderen Katzen würden sehen, dass ich keine Respektlosigkeit duldete.

Ich trat zurück, zog meine Krallen ein. „Steh auf!“, forderte ich. „Was ist los, Clankatze?“, fauchte Wolf. Sie blutete am Bauch und an der Kehle und Blut lief ihr aus einer Wunde über dem Auge über das Gesicht. Es sah schlimm aus. „Los doch, erledige mich! Zeig deine Stärke!“

„Wenn ich dich hätte töten wollen, hätte ich dir sofort die Kehle herausgerissen, Wolf. Nein, wenn du tot bist, habe ich nichts mehr von meiner Lektion. Was habe ich davon, dir Respekt beizubringen, wenn du ihn mir danach nicht mehr erweisen kannst? Es ist um einiges befriedigender für mich, dich am Leben zu lassen, in dem Wissen, dass du von der Clankatze besiegt wurdest, die du so sehr verachtest. Und jetzt-“ Ich wandte mich auch an die anderen. „Steht hier nicht so rum! Nehmt die kleinen Katzen und geht zurück zum Lager. Wolf, sieh zu, dass du nicht zurückbleibst!“






„Ich werde dir alles erzählen, von Anfang an. Und ich bitte dich, mir zu vergeben.“ „Ampferschweif, was-?“ „Höre einfach zu, Blumenfeder, ich bitte dich.“ Gehorsam setzte Blumenfeder sich auf die kühle Erde, den Schwanz ordentlich um die Pfoten geringelt. Und Ampferschweif begann zu erzählen.

„Wie du weißt, erhielt der SternenClan die Prophezeiung, dass die neuen Sprosse der goldenen Blüte, vereint mit Wind, Wasser und Eis, die Dämmerung der Clans herbeiführen würden. Die Heiler der Clans und ich waren die einzigen, die davon wussten. Doch ich war die einzige, die die ganze Wahrheit kannte. Deshalb schenkten unsere Ahnen mir mehr Zeit auf dieser Erde, um euch zu trainieren und auf das Kommende vorzubereiten. Wegen diesem Wissen mussten die anderen Heiler sterben.“ Blumenfeder nickte. Diesen Teil der Geschichte kannte sie bereits, auch wenn Ampferschweif ihr bis jetzt verschwiegen hatte, was „die ganze Wahrheit“ war. Die schildpattfarbene Kätzin holte tief Luft, als bereite sie sich auf einen Kampf vor. Dann fuhr sie fort, die goldenen Augen voll Schmerz.

„Dies alles war vorherbestimmt. Lotuswind ist nicht ohne Grund gegangen; es war ihre Bestimmung, den Clan zu verlassen und zu tun, was sie getan hat. Die alte Geschichte ist dabei, sich zu wiederholen, Blumenfeder.“

„Ampferschweif…bitte… was meinst du bloß?“

Wieder holte Ampferschweif tief Luft. „Du und Lotuswind, ihr seid Gegensätze, wie Feuer und Wasser, wie schwarz und weiß, wie Licht und Dunkelheit. Schon als Junge warst du die Ruhige von euch beiden, während Lotuswind die Kleine, Quirlige, Naseweise war, die jeden geärgert hat, der auch nur die Schnauze in die Kinderstube gesteckt hat. Und auch in der Prophezeiung ging es um diesen Gegensatz, Blumenfeder. Eine, um die Clans zu retten, die andere, um sie zu zerstören. Nur eine von euch kann leben, und das Schicksal der Clans hängt davon ab, wer.

Es beginnt bereits. Ein Sturm zieht auf, und du kannst ihn nur abwenden, wenn du die familiären Bande kappst.“

„Nein… nein! Das-das glaube ich nicht! Sag mir, dass das nicht stimmt! Sag mir, dass Lotuswind nicht böse ist! Bitte, Ampferschweif, sag mir, dass es nicht so ist!“ Verzweifelt flehte Blumenfeder sie an, hoffte, dass dies alles nur ein Traum war, dass sie gleich neben Sommerfell aufwachen würde, dass ein neuer Tag anbrechen würde, ohne die Prophezeiung, ohne all das Leid. Vergeblich. „Es tut mir Leid, Blumenfeder.“ „Warum hast du mir das nicht früher gesagt?“ Blumenfeder hatte nicht gemerkt, wie ihre Stimme angeschwollen war, doch die letzten Worte hatte sie regelrecht geschrien. „Warum hast du uns das nicht früher gesagt? Wir hätten es vielleicht abwenden können!“ Blumenfeder war aufgesprungen. Ihr Nackenfell hatte sich aufgestellt und die Ohren hatte sie angelegt. Ampferschweif wollte ihr die Schwanzspitze auf die Schulter legen, doch sie wich fauchend zurück.

„Du hättest es nicht abwenden können, Blumenfeder. Es wurde prophezeit. Niemand kann eine Prophezeiung ändern, nicht einmal du, die du die Macht hast, die Clans zu retten.“

„Aber-aber… das kann einfach nicht sein! Lotuswind würde niemals etwas tun, das ihrem Clan Schaden zufügen könnte!“, schluchzte Blumenfeder. Glitzernde Tränen liefen ihr jetzt über die Wange, tropften auf den Waldboden.

„Es tut mir unendlich leid, Blumenfeder. Ich weiß, wie es ist, Geschwister zu verlieren. Doch du musst jetzt stark sein, um des Clanes Willen. Sei bereit für den letzten Kampf – danach ist Zeit, um zu trauern.“

Lotuswind sollte nie etwas von alledem erfahren.






Es war ein anstrengender Marsch zurück ins Lager. Die kleinen Kätzchen waren beinahe zu Tode erschöpft und mussten getragen werden, und Wolf hatte Mühe, mitzuhalten. Sobald die Patrouille das Tor durchquert hatte, ließ sie sich in ihr Nest fallen, um sich die Wunden sauber zu lecken. Ich entließ den Rest meiner Patrouille mit einem Schwanzschnippen, dann schickte ich mich an, die Jungen zu Lilie zu bringen.

Die beiden winzigen Kätzchen maunzten mitleiderregend. Ihr helles Fell war staubig und verfilzt, doch sie würden einmal zu wunderschönen Kätzinnen heranwachsen. Sie erinnerten mich an die Jungen von Silberspiegel.

Verärgert schüttelte ich den Anflug von Sentimentalität ab. Das kleinere Junge der beiden hob ich am Nackenfell auf, das andere ließ ich auf seinen kurzen Beinchen hinterherstolpern. Vor Lilies Bau setzte ich es ab und ließ zu, dass die beiden sich ängstlich an meine Beine schmiegten. Doch bevor ich rufen konnte, wurde ich von einer kalten Stimme hineinbefohlen. „Komm her, Eis. Ich möchte mit dir reden. Überlass die Kleinen Bella.“ Die kleine, schildpattfarbene Kätzin säugte selbst gerade Junge. Ihre Augen wurden sanft, als sie die winzigen Kätzinnen sah, was bei ihr selten vorkam. Ich wusste, dass sie sich um sie kümmern würde. Also betrat ich den Bau, ohne mich um das ängstliche Maunzen zu kümmern.

„Wie kann ich dir helfen, Lilie?“, fragte ich mit einer leichten Verbeugung. „Ich will, dass du deine Loyalität beweist, Eis.“, sagte Lilie, direkt wie sie nun einmal war. Ich fragte nicht, was sie dazu brachte, an meiner treue zu zweifeln. Natürlich wusste ich es. Wolf. Deshalb war das Einzige, das ich antwortete: „Wie?“

„Sag mir, wo sich die Clans verstecken, Eis. Wir werden beenden, was mein Großvater angefangen hat.“

Und ich – ich nickte.











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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   Do März 28, 2013 3:09 am

Die arme Blumenfeder, ich freue mich schon auf das nächste ^^
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So März 31, 2013 11:33 am

Souuu... ich bin jetzt auch eeeendlich bei dem kapitel hier angekommen und muss sagen, Jani-Schatz: WOW! Du schreibst echt verdammt gut! *O*
Die geschcihte ist hamma und die Chracktere und einfach... ich bin sprachlos :$
Ich weiß garned was ich hier in den Kommi schreiben soll also. Große Klasse und einfach hammer geil ^^

Weiter so und ich freue mich auf folgende Kapitel (:

LG
Basti ^^
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BeitragThema: Re: Neuanfang - goldene Prophezeiung   So März 31, 2013 11:44 am

Aaaaaaaw dankedankedanke Basti-Schatz, aber ein Großteil davon ist Sunfeathers und Jayfeathers Verdienst ^^
Freut mich aber trotzdem dass es dir gefällt ^^

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